Nein, das brauchen wir jetzt im Moment nicht. Ich glaube, es ist eben alles gesagt worden.
Aber man kann gern hinterher noch was dazu sagen.
Ganz kurz. Ich möchte jetzt einfach mal was zu den Wortbeiträgen sagen, die bei der Thematik sinnvoll waren. Das war zum Beispiel die Rede des Kollegen Seestern-Pauly von der FDP. Sie haben recht: Wir haben den Kindern, den Familien, auch den Großeltern sehr, sehr viel abverlangt, und den Eltern müssen wir Respekt zollen.
Zu dem, was Sie angesprochen haben – Öffnung von Schulen, kein zweiter Shutdown –, möchte ich sagen: Ich bin hundert Prozent der Überzeugung, ein zweiter Shutdown würde den Familien und den Kindern viel mehr schaden als eine kleine Maske vor dem Gesicht.
Denn das, worunter die Kinder gelitten haben, war der mangelnde Kontakt – nicht mehr seine Großeltern umarmen zu können, nicht mehr mit anderen Kindern spielen zu können. Das war bitter für die Kinder, vor allem für die Einzelkinder. Deswegen gebe ich Ihnen an dieser Stelle hundert Prozent recht.
Sie sind anscheinend auch Mitglied in der Kinderkommission – war ich auch lange. An dieser Stelle kann ich auch Herrn Müller erwähnen, der dort gerade den Vorsitz hat. Zu der Idee, dass die Kinderkommission das Thema aufgreift, was Corona mit den Kindern gemacht hat und was die Folgen sind, möchte ich sagen: Wir sollten uns die Empfehlungen anschauen, die im Februar, nach den ganzen Fachgesprächen, kommen werden.
Was das Thema angeht, ob wir einen Kindergipfel brauchen, habe ich schon in der letzten Debatte im Mai gesagt: Ich bin dabei. – Ich glaube, wir sollten die Kinder anhören, ihnen zuhören und daraus lernen.
Auch die Idee eines Pandemieplans halte ich an der Stelle für richtig.
Was die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz angeht, kann ich sagen: Das war immer eines meiner Steckenpferde, und ich weiß, dass wir so langsam auf einem guten Weg sind.
Und ich hoffe, dass ich es, bevor ich aus dem Deutschen Bundestag ausscheide – was ja zum Ende dieser Legislaturperiode der Fall sein wird –, vielleicht noch schaffe, dazu beizutragen, dass wir die Kinderrechte ins Grundgesetz bringen.
Dann, würde ich sagen, hätte ich meinen Dienst erfüllt; dann wäre ich ausgesprochen glücklich.
Jetzt noch einmal kurz zurück zu Ihrem Antrag. Ich finde, es ist eine bodenlose Unverschämtheit, wenn Sie schreiben, dass die „Gemeinschaft … den Kindern geschadet“ hat. Genau das Gegenteil ist der Fall. Wir haben versucht, mit unseren Maßnahmen so schnell wie möglich wieder Normalität in den Alltag der Kinder reinzubringen,
und das ist uns gelungen.
Und wenn Sie es nicht verstehen, frage ich mich: Haben Sie sich die Zahlen mal angeguckt? Es gibt kein anderes Land in ganz Europa, das eine so gute Bilanz hat wie wir. Die Franzosen hatten an einem Tag 17 000, die Inder an einem Tag 90 000 neue Infektionen. Wir sind das Land, das die beste Bilanz hat. Und das liegt nur an den Maßnahmen, die wir getroffen haben.
Sogar der Nobelpreisträger Genzel sagte im Fernsehen, er danke der Kanzlerin und der Regierung für das umsichtige Handeln in der Pandemie. Da kann ich mich nur anschließen.
Und dieser Erfolg – dass es dazu gekommen ist –, das ist unser gemeinsamer Erfolg.
Ich muss jetzt ein bisschen springen – ich sehe, meine Zeit läuft weg. Was mir wichtig ist, ganz kurz. Die Bestandsaufnahme durch die KiKo habe ich eben schon angesprochen. Was mich enttäuscht, was ich auch nach wie vor nicht verstehe: Unser Bundestagspräsident hat einen Appell an uns alle gerichtet, Masken zu tragen, und heute Mittag, in der Regierungsbefragung, ist Ihre Kollegin Gminder, die gerade da sitzt, ohne Maske hereingekommen. Unser Bundestagspräsident hat das kurz gerügt. Daraufhin hat Ihre Kollegin von Storch hier – ich sage es jetzt mal so – ein leichtes Fass aufgemacht. Nehmen Sie einfach zur Kenntnis: Hier sitzen Mütter, Väter, Eltern, Großeltern.
Sie gehen zurück in ihre Familien, sie gehen zurück zu ihren Kindern. Auch das hat was mit Kinderschutz und Kindeswohl zu tun, wenn wir unsere eigenen Familien schützen.
Ich werde meine Maske mit Stolz und Respekt tragen. Und ich bedanke mich bei allen Personen, die diesem Beispiel folgen. Wenn Sie es irgendwann auch tun würden, wäre ich sehr erfreut.
Vielen Dank.
Die Kollegin Franziska Gminder von der AfD-Fraktion hat um eine Kurzintervention gebeten. Ich gebe dem statt. Sie haben das Wort.