Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Aufnahme der Geflüchteten im Herbst 2015 war eine humanitäre Notlage von historischem Ausmaß, und die Zahlen der anerkannt Schutzberechtigten zeigen, dass sie richtig war.
Und sie war und sie ist eine enorme Kraftanstrengung.
Beim Ankommen und der Integration haben Millionen Haupt- und Ehrenamtliche vor Ort in unserem Land Herausragendes geleistet.
Damals wie heute verdienen sie den Dank und die Anerkennung aller Demokratinnen und Demokraten auch aus diesem Hause.
Ja, in Ost und West, in Städten und im ländlichen Raum zeigt sich: Integration ist kein Selbstläufer. Sie kostet Kraft, und wir müssen investieren, damit sie gelingt. Und genau das tun wir: zielgerichtet, nachhaltig und mit Umsicht. Auch das zeigt die Antwort der Bundesregierung auf Ihre Große Anfrage. Zwei Aspekte sind mir dabei besonders wichtig:
Erstens. Die Bundesregierung hat mit Nachdruck für schnellere Asylverfahren und mehr Ordnung und Steuerung bei der Migration gesorgt.
Zweitens. Wir setzen auf die Integration von Schutzbedürftigen von Anfang an. Das heißt Deutschlernen und Wertevermittlung in den Integrationskursen, eine Ausbildung starten, einen Arbeitsplatz finden, damit Geflüchtete so schnell wie möglich auf eigenen Beinen stehen und ihren Lebensunterhalt selbstständig bestreiten können. Das ist das Ziel von Integration, und das stärkt den Zusammenhalt.
Ja, Integration gelingt nicht von heute auf morgen. Dazu braucht es im Übrigen Ausdauer. Aber wir sind auf dem richtigen Weg. Seit 2015 haben über 1,2 Millionen Menschen am Integrationskurs teilgenommen. Die Hälfte der Geflüchteten seit 2013 ist erwerbstätig, etliche sind in Ausbildung. Das geht schneller als erwartet. Viele arbeiten davon im Gesundheitswesen, in der Altenpflege, im Handel, im Transport. Auch sie halten im Übrigen während der Coronakrise unser Land mit am Laufen.
Und wenn ich „Integration von Anfang an“ sage, dann meine ich auch 130 000 junge Geflüchtete, die in unseren Schulen lernen. Die ersten machen gerade erfolgreich ihre Abschlüsse. Auch das ist das Verdienst der vielen, Lehrerinnen und Lehrer, der Pädagogen und der Erzieher, die vor Ort unverzichtbare Arbeit leisten.
Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, „Je schlechter es Deutschland geht, desto besser“ für die AfD. Das waren die verächtlichen Worte Ihres Fraktionssprechers. Er entlarvt damit Ihr Weltbild und Ihre politischen Ziele.