Wenn ich das umrechne, würden wir nicht über 10 000 Tote beklagen, sondern über 46 000 Tote. Und da haben wir einen sozialethischen Grundansatz in dieser Zeit, der heißt, zunächst einmal Leben zu schützen und Leben zu retten.
Deswegen ist es wichtig, dass wir auch sagen, wie wir Senioren schützen können. Das ist nichts Abstraktes, sondern da geht es um tatsächliche Zahlen. Nehmen Sie eine Stadt wie Hof in Bayern oder auch Stade in Niedersachsen; dort leben 46 000 Menschen. Das schwedische Modell hätte bei uns zur Folge gehabt, dass eine dieser Städte ausgelöscht worden wäre im Verlaufe des Jahres; und das ist für uns nicht zu ertragen.
Ich komme zur Zusammenführung der Themen Einsamkeit, Corona und Digitalisierung. Ich habe bereits gesagt: 1,2 Millionen Menschen über 65 leiden unter Einsamkeit. Digitalisierung kann – kann! – ein Schlüssel sein, wie man das Thema Einsamkeit auch angeht; aber es wird nicht der einzige Schlüssel sein.
Zweiter Punkt – damit komme ich zum Thema der Belastung aktuell, in der Coronazeit –: Die vulnerable Bevölkerungsgruppe der Senioren ist besonders betroffen. Das ist die Großmutter, die gerne ihren Enkel sehen möchte, aber auch die Umkehrung: Auch der Enkel möchte seine Großmutter wieder in den Arm nehmen. Deswegen, glaube ich, wird es jetzt wichtig sein, dass gerade die Länder, weil sie die Verantwortung haben, dafür sorgen, dass verstärkt Digitalisierung eingesetzt wird, aber auch weiterhin die Möglichkeiten, persönliche Kontakte zu pflegen, gestärkt werden.