Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich kann es mir nicht verkneifen, Herrn Sattelberger noch eine Weisheit mitzugeben.
Herr Sattelberger, Sie wissen ja: Wer zu viel zitiert, der wird selber nie zitiert.
Zu dem, was die AfD als Abbruchunternehmen der Forschung hier beigetragen hat, brauche ich, glaube ich, nicht allzu viel zu sagen.
Wann sind Forschung und Innovation denn erfolgreich? Gemessen an der Zahl der Patente und Entwicklungen sind wir sehr erfolgreich. Im Jahr 2017 haben wir in Deutschland 398 weltmarktrelevante Patente pro 1 Million Einwohner angemeldet. Das ist zum Beispiel doppelt so viel wie in den USA.
Deutschland gehört zu den führenden Innovationsnationen und zu den attraktivsten Wissenschaftsstandorten. Damit das so bleibt, müssen wir sicherstellen, dass – bildlich gesprochen – die Erkenntnisse vom Gipfel der Forschung zu den Menschen auf das flache Land gelangen. Ich möchte diesen Prozess an einem Beispiel deutlich machen: Es gibt viele positive Entwicklungen und Innovationen im Bereich der Vermeidung von Tierversuchen. Solche tierversuchsfreien Alternativmethoden basieren zum Beispiel auf Computermodellen, auf Zell- und Gewebekulturen sowie auf der Verwendung von alternativen Organismen. Paradox ist aber die Situation, dass solche Verfahren häufig nicht oder nur sehr langsam in die breite Anwendung gelangen.
Am Beispiel der tierversuchsfreien Alternativmethoden wird eines deutlich: Es gibt sie, aber nicht jeder kennt sie oder kann sie einsetzen. Neue Methoden müssen besser validiert werden und über Translationsplattformen allgemein zugänglich und anwendbar sein. Hier braucht es eine Veränderung der bisherigen Forschungs- und Innovationspolitik. Wissenschaftlicher Erfolg darf sich nicht nur an der Anzahl der Veröffentlichungen messen lassen.
Wir brauchen eine veränderte Reputationslogik; denn für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler muss auch anwendungsorientierte Forschung attraktiv sein.
Forschung und Innovation sind besonders erfolgreich, wenn wir Spitzenforschung und anwendungsorientierte Forschung nicht trennen, sondern zusammenbringen, und das von Anfang an. Mit der Hightech-Strategie haben wir erste wichtige Weichen gestellt, um Ideen-, Wissens- und Technologietransfer voranzutreiben. Dabei müssen wir das Potenzial nichttechnischer und sozialer Innovationen berücksichtigen, um die zukünftigen gesellschaftlichen Herausforderungen anzugehen.
Deutlich wird dies, wenn wir uns vor Augen führen, welche Auswirkung die digitale Transformation hat. Der Bundesbericht Forschung und Innovation zeigt, dass sich die Wertschöpfung zunehmend in die Datenwelt verlagert. Diese Veränderung betrifft neben Produkten und Dienstleistungen auch Produktions- und Arbeitsprozesse und vor allem die Menschen in unserer Gesellschaft.
Daher ist es uns ein wichtiges Anliegen, führende Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zusammenzubringen und gemeinsam innovative Lösungsansätze weiterzuentwickeln.
Schon 2016 hat die damalige Arbeitsministerin Andrea Nahles mit dem Weißbuch „Arbeiten 4.0“ die Diskussion eröffnet, wie wir die Zukunft gestalten können. Sozialdemokratische Bildungs- und Forschungspolitik ist erfolgreich, und wir werden sie zukünftig weiterentwickeln.
Vielen Dank.