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195. Sitzung
Donnerstag, 26. November 202019. Wahlperiode, 195. SitzungAktive Familienpolitik durch Baby-Willkommensdarlehen
17 VermerkeReaktionswert: hoch613 Wörter Im Protokoll lesen

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren! Gleich vorweg: Meine Vorrednerin hat gerade von einer Klimakatastrophe gesprochen, die ja verschärft in unserer Gesellschaft stattfindet. Es ist fatal, wie Sie mit Beiträgen aus Ihren Reihen zu einem Klima beitragen, das zur Spaltung führt. Und wenn Sie sich wünschen, dass Ehepaare und Paare wieder mit gutem Gewissen Familien gründen, dann sollten Sie dazu beitragen, dass das Klima in diesem Land nicht zu Spaltung und Hass beiträgt.

Beifallbei der SPD, der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU

Dafür sind Sie doch zuständig!

Ich will auf etwas hinweisen – und ich bitte Sie, Frau Präsidentin, dass Sie Ihrem Vorgänger im Präsidium mitteilen, dass ich ihm dankbar bin, dass er der Kollegin der AfD einen Ordnungsruf erteilt hat –: Wir reden hier über Familienpolitik. In diesem Zusammenhang finde ich den Hinweis auf Mitglieder in der Bundesregierung – es ist übrigens auch schon im Ausschuss passiert, dass Sie die Kollegin Schauws darauf hingewiesen haben, dass sie eigentlich gar keine Ahnung von Familienpolitik hat, weil sie ja keine Kinder hat –,

Das war pure Absicht!

auf die kinderlosen Minister und den Zwischenruf vorhin wieder an Frau Breymaier eine ganz perfide Art. Sie spalten, Sie säen Hass. Sie sind wirklich widerlich mit Ihrer Art, wirklich widerlich!

Beifallbei der SPD, der CDU/CSU, der FDP, der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Was wir uns hier alles anhören müssen ohne Ordnungsruf!

– Ja, widerlich sind Sie mit Ihrer Art, einfach widerlich.

Wenn man die Wahrheit sagt, ist man nicht widerlich!

Und dann will ich noch etwas zu Ihren Anträgen sagen. Da schreiben Sie davon, dass gezielt dazu beigetragen werden soll, dass Akademikerinnen und Akademiker Familien gründen. Was ist das wiederum für eine Spaltung! Sie gerieren sich hier als Partei der angeblich Schwachen und der sozial nicht so gut Gestellten; aber den Kinderwunsch wollen Sie nur bei den Akademikern stärken. Und was ist mit den anderen Familien? Was ist mit den Krankenpflegerinnen und Krankenpflegern? Was ist mit den Erzieherinnen und Erziehern? Den Polizisten? Das sind keine Akademiker. Deren Kinderwunsch ist Ihnen egal.

Das ist doch alles Quatsch!

Märchen!

Das ist wiederum eine Spaltung, die Sie vorantreiben.

Beifallbei der SPD und der LINKEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN
Widerspruchbei der AfD

Dann schreiben Sie in Ihrem Antrag von einem Wertewandel im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Sie wollen einerseits dazu beitragen, dass da ein Wertewandel passiert. Andererseits beschweren Sie sich, dass Ihre Meinungsfreiheit und die Pressefreiheit eingeschränkt werden.

Die haben den Kontakt zu den Menschen verloren!

Wir haben das hohe Gut der Meinungs- und Pressefreiheit, und wir als Bundestag sollten nicht in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk reinregieren, sondern wir sollten auch da die Presse- und Medienfreiheit hochhalten und keinen Wertewandel in Ihrem Sinne fordern!

Beifallbei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU, der LINKEN und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN

Und dann schreiben Sie davon, dass Sie quasi eine – so wird hier suggeriert – staatlich verordnete Bevölkerungspolitik haben wollen. Lassen Sie sich vielleicht noch mal – vielleicht von Ihren Kindern oder Enkelkindern – erklären, wie das ist mit den Bienen und den Blumen! Nicht wir sind diejenigen, die dazu beitragen, dass Kinder geboren werden, sondern das wird schon ganz allein in den Familien und von den Paaren entschieden. Das ist auch gut so, und da wollen wir gar nicht reinregieren.

Beifallbei Abgeordneten der SPD

Nein? Aber zu Weihnachten, da dürfen wir uns nicht treffen? Da regieren Sie rein!

Aber wir wollen die Voraussetzung für vernünftige Rahmenbedingungen für Familien schaffen.

Zurufvon der AfD: Machen Sie es doch endlich!

Da will ich auch mit einer Mär aufräumen. Sie behaupten immer, dass die Familien keine Wahlfreiheit haben, dass wir sie in bestimmte Richtungen stoßen. Nein, wir sorgen dafür, dass die Familien Wahlfreiheit haben,

Beifallder Abg. Ulli Nissen [SPD]

indem wir Infrastruktur ausbauen, damit sie sich entscheiden können für Familie und Beruf oder eben auch nur Familie.

Oder nur arbeiten! Die haben keine Zeit mehr!

Aber sie müssen sich entscheiden können. Deshalb sorgen wir für eine gut ausgebaute Kinderbetreuung, meine Kolleginnen und Kollegen.

Beifallbei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN
Zurufder Abg. Nicole Höchst [AfD]

Zu guter Letzt: Kinderrechte ins Grundgesetz. Frau Pantel, Sie hatten gesagt: Die sind ja quasi schon drin. – Nein, sie sind noch nicht ausreichend drin.

Wir formulieren sie noch mal deutlicher. Ich appelliere deshalb auch an dieser Stelle an die Unionsfraktion: Bitte sorgen Sie dafür, dass das, was wir im Koalitionsvertrag aufgeschrieben haben, auch umgesetzt wird mit konkreten Formulierungen, die tatsächlich dazu beitragen, dass die Kinderrechte gestärkt werden. Wir halten uns an die Abmachung im Koalitionsvertrag.

Elternrechte schwächen wollen Sie!

Mit gestärkten Kinderrechten schaffen wir auch gute Bedingungen für Familiengründungen.

Danke schön.

Beifallbei der SPD
Beifallbei der FDP

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