Wir sehen ganz deutlich, dass natürlich dort, wo es schon Ungleichheiten gab, wir auch eine Verschärfung dieser Ungleichheiten haben. Wenn es in den Familien eine unterschiedliche Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit zwischen Männern und Frauen in bestimmten Bereichen und ein unterschiedliches Einkommen gibt – die Frauen verdienen häufig weniger – und wenn die Frage ist: „Wer steckt in der Zeit der Pandemie bei der erforderlichen Kinderbetreuung zu Hause ein Stück weit zurück?“, dann zeigt sich: Es sind schon zu einem großen Teil die Frauen, die das tun.
Wir haben hier also eine Situation, in der Unterschiede, die bisher auch da waren, sich noch mal verstärkt gezeigt haben, und es ist für uns eine große Aufgabe, dem entgegenzuwirken. Damit beginnen wir beispielsweise schon, wenn ein Kind geboren wird und wir das Elterngeld partnerschaftlicher ausrichten. Die Elterngeldreform wird ja übermorgen hier im Bundestag in zweiter/dritter Lesung beschlossen. Das ist eine konkrete Maßnahme, um dem entgegenzuwirken.
Aber auch all das andere Bemühen – gute Kinderbetreuungsinfrastruktur, Aufwertung der sozialen Berufe und die Frage, wie wir Familien finanziell unterstützen können, zum Beispiel, indem wir Kinderkrankentage gleichberechtigt aufteilen und andere Rahmenbedingungen schaffen – steht für die Punkte, die wir angehen müssen, um diese Ungleichheiten ein Stück weit zu beseitigen und ihnen entgegenzuwirken.