Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Selbsttests und Schnelltests – keine Frage! – machen es uns leichter, durch diese Pandemie zu kommen. Sie sind aber kein Allheilmittel. Nachdem ich meine Vorrednerin gehört habe, so nach dem Motto: „Man wendet mal die Schnelltests an, und dann kommt man aus dem Lockdown raus“, muss ich sagen: So einfach ist die Welt leider nicht.
– Nein, sie hat es gesagt.
Aber keine Frage: Selbsttests und Schnelltests sind ein Meilenstein und helfen uns, weiter voranzukommen. Ich hoffe, dass es uns gelingt, gerade in Schulen und Kitas diese Tests einzusetzen. Das kann das Infektionsrisiko deutlich senken. Es lebt aber auch vom Mitmachen. Im Bundesland Sachsen, wo ich herkomme, hat man den Schulen freiwillige Schnelltests für die Schüler angeboten; nur ein Drittel hat das Angebot genutzt. Diese Quote müssen wir steigern. Es muss selbstverständlich sein, dass man einen Schnelltest macht, vielleicht auch einen Selbsttest, weil er eben einfacher ist und vielleicht manche Ängste nimmt.
Es bleibt dabei: Die Grundregeln, die wir aufgestellt haben – Abstand halten, Hände waschen, Alltagsmasken tragen, lüften, die Corona-Warn-App benutzen –, müssen wir beibehalten. Wenn man das vernachlässigt, wird es schiefgehen.
Natürlich – keine Frage! – müssen wir auch beim Thema Impfen vorankommen, weil das der größte Schritt ist, der uns hilft, gut durch diese Pandemie zu kommen.
Schnelltests, seit gestern zugelassen, dürfen nicht zu einer trügerischen Sicherheit, zu einer Scheinsicherheit führen – darauf weist das Robert-Koch-Institut richtigerweise hin –; denn sie haben eine geringere Sensitivität, sie sind also weniger genau als ein PCR-Test. Sie sind also keine absolut sichere Methode, und sie leben davon, dass sie sachgerecht angewendet werden. Es bringt wenig, wenn man einen Test anwendet, es aber nicht richtig macht und damit dann auch kein aussagekräftiges Ergebnis erhält.