Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Als 2020 zum Jahr der Gleichstellung ausgerufen wurde, haben manche gedacht: „Das ist gut“ und andere gesagt: Es ist beschämend, dass wir im 21. Jahrhundert noch immer um gleiche Rechte für Frauen und Männer ringen müssen. – Ich selber habe das auch gedacht; denn vor über 50 Jahren habe ich damit begonnen und hätte mir nie träumen lassen, dass ich 2021 hier stehe und noch immer dafür streite, dass Männer und Frauen gleiche Rechte haben und die Benachteiligungen endlich aufhören.
– Bis heute kann von Gleichstellung keine Rede sein.
Dass Sie von der AfD damit kein Problem haben, wundert mich nicht. Die Frage der Gleichstellung der Geschlechter ist eine urdemokratische Frage,
und demokratische Gesellschaft und AfD sind unvereinbar. Deshalb kann das nicht Ihre Aufgabe sein.
Erschreckend ist, dass auch im Bereich von Kultur und Medien die Ungleichheiten bestehen. Die Kollegin Motschmann ist ja schon darauf eingegangen. Wir haben eine Studie vom Kulturrat, die wir in Auftrag gegeben haben, und sie zeigt, dass für den Kulturbereich, der ja gerade für die gesellschaftliche Entwicklung wichtig ist, die Daten teilweise noch erschreckender sind als für die Wirtschaft.
Ich glaube, allein das ist schon ein Grund, warum wir darum streiten müssen, dass wir gleiche Rechte haben und in diesem Bereich vorankommen: Kultur und Medien sind überall in der Welt so wichtig für Demokratisierungsprozesse. Und Demokratie für alle kann doch nur bestehen, wenn die Erfahrungen von beiden Geschlechtern mit einfließen.
Deshalb ist der Kampf für Gleichstellung ein Kampf für die Freiheit von Kultur und Medien und für Demokratie, meine lieben Kolleginnen und Kollegen.