Ehrlich gesagt, kann man durchaus ein Puzzle anfangen, wenn Puzzleteile fehlen, wenn man schon im Kopf hat, wo man sie herbekommen kann und wie man dafür sorgen kann, dass man am Ende, wenn man alle Puzzleteile zusammenhat, auch ein wirklich wunderschönes Gesamtbild hat.
Genau vor dem Hintergrund stehen wir, und wir sorgen jetzt dafür, dass die Puzzleteile zusammenkommen und es am Ende ein schönes Gesamtbild gibt. Und dann werden Sie, hoffe ich, dem Gesetzentwurf und uns zustimmen. – Vielen Dank, Herr Kollege.
Jetzt komme ich vom Puzzle ein bisschen weg, sonst wird das hier der falsche Vortrag, glaube ich; das hätte ich vielleicht gar nicht machen sollen. – Also: Ganz wichtig ist, dass wir bei diesem Gesetz auch die seelische Gesundheit in den Blick nehmen. Ja, da gebe ich Ihnen recht: Da gibt es noch eine Menge Teile, bei denen wir dringend etwas tun müssen. Einige sind schon angesprochen worden. Ich will das ergänzen: Ich hatte gehofft und hätte erwartet, dass wir mit diesem Gesetz auch die Expertise, die wir bezogen auf Kinder aus Familien mit Suchtkranken oder mit psychischen Belastungen haben, umsetzen; denn diese Kinder brauchen – da sind wir übrigens auch bei Komplexleistungen – ganz wichtige Leistungen. Es wäre möglich gewesen, hier Puzzleteile aufzugreifen und das Bild zu vervollständigen, damit wir da helfen können.
Das hätte ich mir gewünscht und vorgestellt. Darüber werden wir vielleicht noch mal reden müssen.
Froh bin ich, dass wir im Bereich der seelischen Gesundheit ein Puzzleteil reparieren. Es ist ja nicht ganz so, dass wir bei den ambulanten Komplexleistungen nichts machen. Da haben wir schon was in Auftrag gegeben.
Man kann immer darüber streiten, wie groß das ist, aber wir haben etwas in Auftrag gegeben. Wir erkennen die Zielrichtung. Ich gebe zu: Für Kinder und Jugendliche müssen wir das noch mal verschärfen; da muss noch mal Druck hinter. Wir waren uns einig, dass wir an der Stelle die Psychiatrischen Institutsambulanzen mit im Boot sehen wollten. Da haben wir tatsächlich ein Puzzleteil kreiert, das nicht ganz, sagen wir mal, korrekt war, nicht ganz vernünftig funktioniert hat, bei dem vielleicht eine Ecke abgebrochen ist. Schönen Dank, dass dieses Puzzleteil repariert wird und die Psychiatrischen Institutsambulanzen jetzt nicht nur sinnvoll einbezogen werden, sondern auch bei der Finanzierung in richtiger Form berücksichtigt werden: Die neu geschaffene Finanzierung gilt auch für die Psychiatrischen Institutsambulanzen; aber das Gesamtsystem soll nicht verändert werden. Das ist, glaube ich, eine ganz wichtige Feststellung und Klarstellung.
Ich würde mir sehr wünschen, dass wir da an vielen Punkten noch weiterkommen, gerade was die Frage der Komplexbehandlung angeht, aber auch, was die Frage des Entlassmanagements angeht. Da haben wir, glaube ich, auch schon eine gute Regelung gefunden, indem nämlich der Weg in die Ambulanz bereits während des Krankenhausaufenthaltes geebnet werden kann und zum Beispiel bereits Erstkontakte mit Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten stattfinden können. Es macht aber keinen Sinn, diese nur in den Kliniken stattfinden zu lassen. Es ist auch wichtig, dafür zu sorgen, dass das auch im ambulanten Bereich stattfinden kann; das wäre wirksam und vernünftig.
Das Gleiche gilt auch für Menschen, die mit Traumafolgen zu kämpfen haben. Auch da brauchen wir dringend weitere und andere Ansätze. Vielleicht können wir auch da in diesem Gesetz ein wenig weitergucken.
Bei all dem, wo wir noch weitergucken können: Das Gesetz bietet viele gute Ansätze. Die Ansätze, die es im Bereich der Palliativmedizin und Hospizversorgung gibt, sind sehr gut und vernünftig. Ich komme aus einem Bereich, in dem die Koordinierung schon gar nicht so schlecht funktioniert. Ich weiß aber: Es hapert immer an der Finanzierung genau dieser Frage. Dass wir an dieser Stelle anpacken, ist ein wichtiger Schritt.
Insgesamt: ein gutes Gesetz. Ich glaube, wir können – damit komme ich zurück zu den Puzzleteilen – noch ein bisschen was dabeipuzzeln. Dann haben wir ein ganz tolles Bild, und auch der Kollege Schinnenburg wird begeistert sein; davon gehe ich aus. Ich freue mich auf die weiteren Beratungen.
Danke schön.