Herr Kollege Kraft, Sie sind nicht ganz aktuell informiert. Es gibt gerade eine große Zeitverzögerung im Zeitplan auf österreichischer Seite von mehr als sieben Jahren, weil bei einem Tunnelabschnitt einer Firma gekündigt wurde und der Auftrag neu ausgeschrieben werden muss. Das heißt, mit dem Zeitplan ist die österreichische Seite schwer in Verzug.
Wir haben auf deutscher Seite mit Blick auf das Inntal die Planungssituation, dass die Bahn fünf Varianten für Grobtrassen vorgelegt hat. Das Verfahren lag bisher beim Freistaat Bayern. Jetzt wird eine Trasse festgelegt. Ich habe schon immer gesagt – bei meinen Besuchen während meiner Amtszeit; aber auch als Staatssekretär habe ich schon vor Jahren den Planungsdialog in Rosenheim gestartet –: Wir brauchen eine bürgerfreundliche, im Sinne der Region und im Sinne der Klimaziele gewählte Trasse; das bleibt auch so.
Wir haben freie Kapazitäten auf der Bestandsstrecke. Diese nutzen wir, bis der Brennertunnel an den Start geht; was aber mit der bereits erwähnten Verzögerung geschieht. Parallel dazu diskutieren wir über die Neubaustrecke, und die soll – das ist mein Ziel – alle Topografien ausnutzen und vor allem bürger- und klimafreundlich sein.