Vielen Dank für die Frage. Ich will am Anfang sagen, dass die berufliche Ausbildung gerade mit Blick auf den Fachkräftemangel für uns einen ganz hohen Stellenwert hat; in ganz vielen Bereichen gibt es gerade eine hohe Nachfrage nach einer beruflichen Ausbildung. Das Thema ist in der Pandemie vielleicht nicht so präsent, aber sobald die Pandemie abebbt, wird – das werden wir sehen – das Thema Fachkräftemangel bei uns wieder ganz oben auf der Agenda stehen.
Wir haben auch den Ausbildungsmarkt ganz genau im Blick; aber es gibt im Moment noch keine belastbaren Zahlen dazu. Wir haben im letzten Herbst einen großen Nachholeffekt gesehen. Wir gehen davon aus, dass es auch in diesem Jahr einen Nachholeffekt geben wird. Aber es gibt sehr, sehr viele Unbekannte. Insgesamt kann man sagen, dass der Gesamtmarkt im Ausbildungsjahr 2020 geschrumpft ist. Es wurden ungefähr 11 Prozent weniger Verträge geschlossen. Aber der Markt ist in seiner Gesamtheit geschrumpft, auf der Angebots- und auf der Nachfrageseite, sodass wir nach wie vor in der glücklichen Situation sind, dass wir einem Ausbildungswilligen auch einen Ausbildungsplatz anbieten können.
Das ist genau der Punkt. Wir müssen uns mit dem Matching beschäftigen. Das Matching war auch schon vor der Pandemie die entscheidende Frage: Wie bekommen wir sowohl branchenspezifisch als auch regionenspezifisch Angebot und Nachfrage zusammen? Wir haben jetzt, in der Pandemie, auch digitale Matching-Plattformen oder Matching-Möglichkeiten unterstützt. Ich glaube, nach der Pandemie werden wir uns damit auseinandersetzen müssen, wie man das verbessern kann.
Wichtig ist mir aber auch, dass durch unsere Reformen jetzt eine ganz andere Möglichkeit besteht, den Aufstieg durch eine berufliche Ausbildung und damit auch Karriereperspektiven sichtbar zu machen.