Ich würde gerne noch im Zusammenhang vortragen, bitte.
Breitensport – wichtiges Thema. Wir haben für den Breitensport Programme aufgelegt. Kollege Gienger hat das gerade in vielfältiger Hinsicht dargelegt, und ich bin froh, dass sich die Union in vielen Punkten, zu denen sie bislang beim Thema Sport in der Öffentlichkeit stumm war – zum Beispiel im Hinblick auf Kinder und Jugendliche, Sport draußen und bei den sportartunabhängigen Überbrückungshilfen –, geäußert hat. Jetzt komme ich zu meinem Schlagwort „Disziplin“: Wir haben nicht nur Programme aufgelegt, wir hatten auch den Mut und die Traute, Programme, die nicht richtig laufen, weiter anzustoßen. Die Umsetzung beim Projektträger Jülich ist zum Beispiel immer wieder mal in der Kritik gewesen. Da haben wir nachgearbeitet, da sind wir dran. Diese Disziplin würde ich mir, ehrlich gesagt, auch vom Bundeswirtschaftsministerium wünschen,
das im April immer noch von Novemberhilfen redet. Während das Bundesfinanzministerium Hilfen in Milliardenhöhe auflegt, verhält sich das Bundeswirtschaftsministerium immer noch wie eine Sparkasse, die einen Kredit für ein undurchsichtiges Start-up gewähren soll, obwohl die Hilfen auf der Straße liegen.
Ich würde mir wünschen, dass wir die Ausgabereste von Coronahilfen dafür verwenden, dass wir miteinander die Sportallianz Deutschland schmieden. Das Bundesinnenministerium als Sportministerium ist da schon auf einem guten Weg. Ich würde mir wünschen, dass sich das Bundesministerium für Gesundheit dazugesellt, damit wir diese Sportallianz Deutschland miteinander schmieden können, um fit aus der Krise zu kommen, um wieder rausgehen zu können, wir also Sport und Gesundheit verzahnen. Dafür müsste sich ein Gesundheitsminister auch mal die Reden hier im Parlament anhören und einsehen, dass Sport und Gesundheit eine Einheit sind
und eben keine Widersprüche. Diese Ansicht lag beispielsweise dem zugrunde, was er bei der Krankenkassen-Werbemaßnahmen-Verordnung gerne gehabt hätte, wodurch dann Milliarden Euro aus dem deutschen Sport herausgezogen worden wären. Das geht so nicht, Herr Spahn!
Die Realität ist: Unsere Kinder haben einen Bewegungsmangel. Aber es sind nicht nur die Kinder, es sind auch die Seniorinnen und Senioren, die auf ihren Rehasport warten, der möglicherweise mit guten Lüftungskonzepten tatsächlich möglich wäre. Wir als SPD-Bundestagsfraktion setzen uns dafür ein und wollen erreichen, dass der Sport draußen wieder möglich ist, dass Individualsport und Breitensport nicht irgendwelchen Regelungen untergepflügt werden. Wir wollen vielmehr, dass Kinder und Jugendliche inzidenzunabhängig draußen kontaktlos wieder Sport treiben können. Das ist keine Altersfrage, das ist eine pädagogische Frage. Man kann dem Kind in der Kita, dem Schulkind, aber auch dem Jugendlichen erzählen, dass er im Freien Sport machen soll, dabei aber Abstand halten soll.
Wir müssen die Kinder wieder rausholen aus den Wohnungen, wo sie mit drei Geschwistern zusammensitzen, fünf, sechs Stunden lang Homeschooling machen und am Ende des Tages auf ihre Inlineskates, ihr Skateboard gucken und Mutter und Vater ihnen sagen müssen: Das geht jetzt gerade nicht. Du darfst einmal um den Block spazieren gehen, aber du darfst keinen Sport treiben. – Das geht so nicht.
Schließlich – um auf die Grünen noch mal zu sprechen zu kommen – zum Transparenzportal. Das ist eine gute Sache; es klingt auch gut. Aber richtig geht es folgendermaßen: Athleten Deutschland ist eine Institution, auf die man sehr stolz sein kann, wie ich finde. Wir haben mit einer Förderung dieser Athletenvertretung dafür gesorgt, dass wir mehr Transparenz in die Sportfachverbände und auch ein Stück weit in den DOSB bekommen. Wir sehen so, wie die Verteilung ist, und sorgen mit Sportlern, mit Sportlerinnen dafür, dass die Mittel auch an die richtigen Stellen kommen. Dies gelingt nur, wenn wir die Werte des Grundgesetzes am Ende des Tages auch leben und mündige Athletinnen und Athleten haben, die ihre Meinung nicht hinterm Berg halten, sondern damit rausgehen. Deshalb muss man – jetzt neigt sich meine Redezeit überraschend dem Ende zu – eine solche Organisation weiter in die Lage versetzen, diese Transparenz zu unterstützen und auf den Weg zu bringen.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. Die Anträge der Opposition lehnen wir natürlich ab.
– Ich kann Ihnen immer wieder sagen: Wenn die Ampel auf Gelb springt, dann fahre ich los.
Nächste Rednerin ist die Kollegin Britta Dassler, FDP-Fraktion.