Nein, das wäre nicht sinnvoll. Wir setzen die laufende Projektarbeit erfolgreich weiter um und haben mit den europäischen Partnern und der Europäischen Union die Auszahlung der Mittel im Rahmen dieser Reformfinanzierung zunächst einmal zurückgestellt und die Gewährung dieser Mittel unter diese Bedingungen gestellt: Zugang der UN-Organisationen zur Tigray-Region für unabhängige Untersuchungen und voller Zugang für humanitäre Hilfe.
Nun muss man die Dinge vor Ort schon differenziert bewerten, bevor man zu Be- und Verurteilungen kommt. Äthiopien ist ein großes Land mit vielen Ethnien. In der Tigray-Region herrschen besondere politische Bedingungen. Der Ausgangspunkt des Konfliktes war der Überfall eines Lagers von Regierungssoldaten. Ausgangspunkt der Aggressionen war also nicht ein Regierungshandeln. Das ist eigentlich allgemeiner Konsens der UN und aller Beobachter, die vor Ort waren. Dennoch – das ist richtig und wichtig – ist Abiy Ahmed aufgefordert, alles zu tun, um eine Befriedung der Regionen vor Ort herzustellen.
Daran ist darüber hinaus auch Eritrea ein Stück weit beteiligt. Sie alle wissen, dass dies eine sehr schwierige, konfliktreiche Region ist. Wir haben aber großes Interesse daran, dass wir am Kap der Guten Hoffnung, in Somalia und im Sudan, wo wir schon Millionen von Flüchtlingen haben – davon habe ich mir selber vor Ort einen Eindruck verschafft –, wieder zur Normalität zurückkehren.