Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr verehrte Zuschauerinnen und Zuschauer! Mehr als ein Jahr Corona hat uns allen doch verdammt viel abverlangt, und viele sind auch an die Belastungsgrenze gestoßen. Eine Studie sagt, dass Kinder und Jugendliche genauso unter dieser Situation leiden wie wir Erwachsenen. Besonders für diejenigen, die viel getragen haben, aber wenig aufgefangen wurden, werden wir insgesamt 2 Milliarden Euro in die Hand nehmen: 1 Milliarde Euro für Bildung und 1 Milliarde Euro für Familien.
Machen wir uns doch nichts vor: Wir haben alle gedacht, dass die Familie uns auffängt, dass sie funktioniert. Und gleichzeitig haben wir in dieser Coronapandemie gemerkt, dass wir gerade den Nahestehenden, denjenigen, die uns am nächsten sind, gar nicht so nahe kommen durften. Auf der anderen Seite gab es wiederum Menschen, die diese erzwungene und familiäre Enge kaum ertragen konnten.
Aus diesem Grund wollen wir die frühkindliche Bildung fördern. Wir wollen Kinder und Jugendliche bei Freizeit-, Ferien- und Sportaktivitäten unterstützen, und wir wollen sie im Alltag unterstützen und begleiten. Damit wollen wir auch deutlich machen, dass es neben der Familie, den Freunden und dem sozialen Umfeld so etwas gibt wie eine Solidargemeinschaft, in der es nicht darum geht, in der größten Not den größten Nutzen aus etwas zu ziehen, sondern darum, zu schauen: Wie geht es den anderen, den Kleinen, den Jungen, den Familien?
1 Milliarde Euro für Kinder und Jugendliche, die durch die Schließung von Kitas und Schulen ihren Halt verloren haben. Sie sollen davor geschützt werden, isoliert den Sommer verbringen zu müssen.
Kinder, die in ihren Familien kein Deutsch lernen, müssen wir dazu befähigen und sie dabei unterstützen, sich zu artikulieren; denn sonst sind sie diejenigen, die sozial isoliert werden. 1 Milliarde Euro für all diejenigen, die durch Corona in eine soziale Notlage geraten sind, besonders für Kinder und Jugendliche, die selbst am wenigsten dafür können. 1 Milliarde Euro für Familien, die diese Belastungsgrenzen schon längst überschritten haben. 1 Milliarde Euro für Kinder, Jugendliche und Familien, damit sie sich bewegen, damit sie Sport treiben können, damit sie Lust haben, wieder zusammenzukommen. Denn – und das ist bei alldem doch das Entscheidende – wir hier im Hause wissen doch – einige auch nicht –, dass Kinder den persönlichen Kontakt brauchen; er muss erhalten bleiben. Kinder brauchen Kinder, um sich zu entwickeln, um zu leben, um zu toben, um zu lachen.
Die tatsächliche Verwendung dieser 1 Milliarde Euro liegt vertrauensvoll in vielen Händen. Diese Hände können über ganz Deutschland ausgebreitet ein Netz darstellen, um die Schwächsten unter uns aufzufangen und ihnen zu zeigen, dass sie Teil dieser Gemeinschaft sind.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, lassen Sie es uns gemeinsam anpacken! Lassen Sie uns gemeinsam Kinder, Jugendliche und Familien in dieser Situation unterstützen! Das können Sie alle, indem Sie dem Nachtragshaushalt einfach zustimmen.
Vielen Dank.