Das ist in der Tat ein sehr, sehr sensibles Thema. Deshalb ist das Erste, worum wir uns, glaube ich, alle gemeinsam mühen müssen, dass wir mit denjenigen, für die eine Impfmöglichkeit besteht, in unserer Gesellschaft eine ganz, ganz hohe Impfquote erreichen. Denn das schützt am Ende nämlich nicht nur denjenigen, der sich impfen lässt, sondern es schützt auch diejenigen, die sich nicht impfen lassen können. Das sind im Augenblick Schwangere; das sind im Augenblick aber auch noch Kinder. Umso höher muss unser Anspruch sein, dass die impffähige erwachsene Bevölkerung jetzt auch das Impfangebot wahrnimmt. Dann gehen die Infektionszahlen runter, und wir haben einen Gesamtschutz in der Bevölkerung erreicht.
Bei der konkreten Frage, ob man einen Impfstoff und welchen Impfstoff man für Schwangere bereitstellen kann, muss man sich aus meiner Sicht politisch zurückhalten. Das müssen die Zulassungsbehörden, die Hersteller, die letzten Endes auch die Haftung für entsprechende Zulassungen für Personengruppen haben, und am Ende auch Institutionen wie die STIKO entscheiden. Unser Wunsch ist natürlich, dass wir breite Gesellschaftsgruppen impfen können. Aber es wird immer einen Rest an Personen geben, für die eine Impfung nicht zur Verfügung steht, und dann ist sozusagen die Impfsolidarität der andere, der beste Schutz für diese Bevölkerungsgruppen.