Herr Präsident, ich wollte nur Zeit sparen und schon mal das Glas nehmen.
Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Antrieb von Forscherinnen und Forschern ist es, Antworten auf Fragen zu finden und Lösungen für Probleme zu entwickeln. Dazu brauchen sie die Freiheit, kritisch zu denken, und finanzielle Mittel. Wer sich mit der Situation in diesem Land einigermaßen auskennt und in den letzten Jahren nicht nur mit Scheuklappen herumgelaufen ist, der weiß, dass Deutschland seit fast 20 Jahren viel gemacht hat und wirklich gut dasteht, übrigens auch dank sozialdemokratischer Initiativen wie der Exzellenzinitiative oder des Paktes für Forschung und Innovation.
Damit haben wir Forschern das Signal gegeben: Wir geben euch das Geld, forscht frei und zuverlässig. Macht damit, was ihr möchtet. – Allerdings ist ein Pakt auch ein Vertrag; das ist ja kein kompliziertes Wort. Wenn wir Forschern Geld geben, wollen wir auch, dass sie Antworten entwickeln.
Weil es gerade um Wissenschaftsfreiheit geht, kann ich mir die Bemerkung nicht verkneifen: Die Einzigen, die heute die Wissenschaftsfreiheit und die Freiheit von Denken mit Füßen getreten haben, das waren Sie von der AfD.
Es sind solche Reden wie die von Frau Höchst, die den Menschen im Ausland Sorge bereiten.
Wenn wir im Ausland sind oder uns mit ausländischen Delegationen unterhalten, dann erleben wir die Bewunderung: Mensch, in Deutschland habt ihr in den letzten Jahren richtig was geschafft. – Wir erleben, anders als vor 20 Jahren, dass Spitzenwissenschaftler aus dem Ausland wieder nach Deutschland kommen wollen, um zu forschen. Angesichts solcher Reden und solcher Äußerungen, wie sie von der AfD und von Pegida im Osten kommen, erleben wir allerdings auch, dass viele Menschen, die gerne in Deutschland arbeiten würden, es sich schwer überlegen, ob sie in ein Land, in dem es Parteien gibt, die solche Äußerungen tätigen, überhaupt kommen wollen.
– Nein, ich werde mich nicht daran gewöhnen müssen; denn Freiheit ist ein Bestandteil von Wissenschaft – und Internationalität auch.
Da kommt es nicht auf Haarfarbe und Augenfarbe an, sondern auf die Freiheit des Geistes, und dafür werden wir weiterhin kämpfen.
Dann dürfen wir übrigens auch von Wissenschaftlern und Forschern Antworten auf die großen Fragen unserer Zeit erwarten. Eine zentrale Frage ist aus meiner Sicht – und das betrifft die junge Generation, die da oben im Publikum sitzt –: Welche Welt hinterlassen wir den nächsten Generationen, unseren Kindern und Enkeln?
Dazu brauchte man gar nicht viel mehr Klimaforschung – denn da ist das meiste an Erkenntnissen schon vorhanden –, sondern mehr Energieforschung, mehr Ressourcenforschung, mehr Materialforschung. Da sind wir auf einem guten Weg, und der Anspruch an uns alle muss sein, das auch tatsächlich umzusetzen. Da können wir alle besser und schneller werden.
– „Meinungsdiktatur“ ist der „qualifizierte“ Zwischenruf der AfD. Ich rede von Freiheit.
Eine der entscheidenden Fragen für die junge Generation ist: Wie wollen wir morgen arbeiten? Wie sieht die Arbeit der Zukunft aus? Die Stärke Deutschlands ist nicht, dass wir hervorragend ausgebildete Akademiker haben; die haben andere Länder auch. Wir haben die Stärke, eine gut ausgebildete und motivierte Facharbeiterschaft zu haben.