Sehr geehrter Herr Kollege, erst mal bin ich immer froh, wenn ausgerechnet Sie aus der Sozialdemokratie über Glaubwürdigkeit reden. Das ist wirklich sensationell. Damit will ich beginnen.
Zweitens. Sie müssen bitte zuhören. Ich habe gesagt – und ich bleibe dabei –: Es ist skandalös, wenn Menschen 40 Jahre einzahlen und weniger Rente bekommen als wir nach vier Jahren. Das ist ein Widerspruch, der ist unauflösbar.
Drittens. Von wegen Glaubwürdigkeit: Ja, wir wissen, dass Die Linke das vermutlich nicht allein durchsetzen wird. Deswegen sind wir selbstverständlich bereit, eine Kommission oder was auch immer zu gründen. Ich wünsche mir andere Mehrheitsverhältnisse im Deutschen Bundestag, damit wir bei den Renten grundlegende Veränderungen erreichen. Denn jetzt ist die Situation doch so, dass Altersarmut zunimmt. Wir müssen dafür sorgen, dass keine Altersarmut da ist, dass jeder von seiner Rente leben kann, dass sie lebensstandardsichernd ist.
Ihre Koalition regiert seit so vielen Jahren, und dann gibt es diese Renten – Ihr Problem ist das! Aber Sie nennen es Populismus, wenn wir das ansprechen. Sie haben nicht geliefert. Der Kollege Kapschack hat hier ein Angebot gemacht, das weitgehend vernünftig ist. Da können wir uns doch treffen, sehr gern – aber bitte nicht diese Wahlauseinandersetzung, nur weil wir das in den Bundestag einbringen. Sie wollen das nicht; das ist verständlich. Aber wir wollen das, wir wollen eine Rente für alle – im Gegensatz zu vielen anderen.
Das ist die Lage. Man kann nicht anderen Populismus vorwerfen, wenn man selber über Jahre versagt hat auf diesem Gebiet.
Ich will noch eines sagen. – Jetzt läuft wieder die Redezeit. Ich nehme gerne noch ein paar Zwischenfragen, Herr Präsident.