Das hört sich so einfach und so selbstverständlich an, aber ich kann Ihnen aus diesen 23 Jahren berichten, dass das ein harter Kampf war. In meiner ersten Legislaturperiode waren wir im Jahr 2001 schon mal fast davor, eine Quote für Aufsichtsräte zu beschließen – noch nicht mal das war damals der Fall –, und dann gab es ganz viele Stimmen aus der Wirtschaft, die gesagt haben: Das braucht ihr nicht gesetzlich zu regeln; so eine Quote brauchen wir nicht. Das machen wir schon aus eigenem Interesse, weil wir die vielen gut qualifizierten Frauen in unseren Unternehmen haben wollen. – Wir haben uns damals davon überzeugen lassen. Danach ist lange, lange nichts passiert. Deswegen haben wir dann im Jahr 2015 die Quote für Aufsichtsräte beschlossen, ein ganz wichtiger Schritt. Heute gehen wir mit der Quote in Vorständen einen Schritt weiter.
Es ist ein ganz wichtiges Signal an Frauen: Euch steht alles offen. Ihr könnt jeden Beruf ergreifen. Euch steht die Welt offen, wenn ihr entsprechend qualifiziert seid. Nutzt die Chance! – Das ist ein wichtiges Signal, das ich auch gerne von dieser Stelle aus senden möchte.
Das alleine reicht aber nicht, sondern es ist noch viel Arbeit zu leisten, dass dann auch die Bezahlung stimmt, damit es dann nicht wieder daran hapert und Unterschiede gemacht werden. Auch hier muss der Grundsatz gelten: Die Qualifikation und nicht das Geschlecht entscheidet.
Da haben Sie für die Zukunft noch richtig viel zu tun. Wir sind noch lange nicht da, wo wir eigentlich schon längst sein sollten. Dafür wünsche ich Ihnen allen alles Gute, viel Erfolg und genauso konstruktive Verhandlungen, wie ich sie in diesen 23 Jahren erleben durfte. Es waren immer gute Verhandlungen.
– In den meisten Fällen waren sie konstruktiv, und in den meisten Fällen ist man auch fair mit mir umgegangen. Ich wiederum hoffe, dass ich ebenfalls fair mit all denjenigen umgegangen bin, die mit mir verhandelt haben. Ich weiß, ich kann manchmal sehr beharrlich sein und immer wieder mit dem gleichen Thema kommen. Das nervt vielleicht manchmal, aber es ist auch notwendig, denn nur Beharrlichkeit führt zum Ziel. Das kann man gerade auch bei diesem Thema sehen.
Sollte ich dennoch jemandem mal auf den Fuß getreten sein, dann bitte ich dafür um Entschuldigung. Es war nie persönlich gedacht, sondern hatte etwas damit zu tun, dass ich für diese Themen brenne.
Präsidentin Pau hat vorhin aufgefordert, bei den letzten Reden nicht allzu viele Dankesworte zu verlieren. Ich sage Danke an alle. Das werde ich ganz vielen auch noch persönlich sagen. Ich möchte mich mit einem Satz aus einem Lied der wunderbaren Trude Herr verabschieden: „Niemals geht man so ganz“.
Vielen Dank.