Lieber Herr Kollege, ich weiß nicht ganz genau, wie man Terrorismus wirklich anders bekämpfen sollte. Aber ich möchte schon deutlich sagen: Nein, ich habe meine Worte nicht nur darauf bezogen. Ich habe tatsächlich die Hoffnung gehabt, dass wir mehr Monate Zeit gehabt hätten, geordneter aus Afghanistan rauszugehen. Ich habe tatsächlich die Hoffnung gehabt, dass die afghanische Regierung und das afghanische Militär standhalten. Das ist nicht so gewesen.
Aber Ihre Kollegin hat ja beispielsweise gesagt: Wir sollen die Leute dort rausholen, aber ohne Militär. – Was ist denn das für eine Vorstellung? Das ist doch völlig absurd und geht doch überhaupt nicht.
Ich glaube, dass Sie da wirklich einem Traum nachhängen, der sich nicht realisieren lässt.
– Ja, zivil. Aber wir brauchen doch den Schutz der Soldatinnen und Soldaten. Ich finde, ehrlich gesagt, dass Sie das, was dort geleistet wird, sehr schnell schlechtreden, dass Sie all den Soldatinnen und Soldaten dort das absprechen, was sie in den letzten Jahren geleistet haben.
– Doch, Sie sprechen immer von einem Kriegseinsatz. Die Soldatinnen und Soldaten haben dort die letzten Jahre die Menschen ausgebildet und eine gute Arbeit gemacht. Ich glaube, das sind diejenigen, die jetzt am allermeisten darunter leiden, dass das nicht funktioniert hat. Deswegen sollten wir das Ganze ordentlich aufklären und uns an dieser Stelle nicht bloß vorwerfen, dass das nicht gut funktioniert hat.