Vielen Dank. – Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Gott zum Gruße, Frau Ministerin Klöckner! Vorweg möchte ich Ihnen zu Ihrem neuen herausragenden Amt gratulieren. Als Weinkönigin haben Sie schon einmal das Wissen, was einen Weinbauer in Deutschland beschäftigt.
Zu Ihrer Erklärung: Wir haben sehr viele große Worte gehört. Diverses soll geschützt werden, anderes soll gefördert werden. Und überhaupt: schöne neue GroKo-Welt, alles gut, alles systemrelevant. – Wovon ich hier heute leider relativ wenig gehört habe – wenn Sie nicht mit Ihrem Handy sprechen, bekommen Sie vielleicht auch mit, was ich sage; das wäre nett, wenn Sie jemand anspricht –, ist die Zukunft der örtlichen deutschen Bauern mit einem Hof kleiner oder mittlerer Größe.
Dabei sind es diese fleißigen Männer und Frauen, die nicht nur vernünftiges Essen auf unsere Teller bringen, sondern auch unsere Kulturlandschaften hegen und pflegen. Man sollte meinen, dass diese Arbeit unserer Bauern Ihre Unterstützung verdient hätte. Tatsächlich aber sieht es damit eher schlecht aus.
Dabei ist die Lage unserer Höfe mehr als nur bedenklich. Seit Jahren haben wir ein ungebrochenes Höfesterben. Unsere Milchbauern bereiten sich inzwischen auf die nächste Milchkrise vor, und immer mehr Ackerland ist in der Hand weniger Unternehmen. An dieser Stelle sende ich einen freundlichen Gruß an die Kollegen der Linkspartei, die trotz sorgfältig gepflegter Robin-Hood-Attitüde rein gar nichts dagegen einzuwenden haben, dass die ehemaligen VEB-Betriebe in Mitteldeutschland ihre Größe gnadenlos ausnutzen und den kleinen Bauern immer mehr wegnehmen.
Aber vermutlich läuft das bei Ihnen unter realsozialistischer Traditionspflege, meine Damen und Herren.
Zurück zum Thema und zurück zu Ihnen, Frau Ministerin. Seit Jahren legt auch Ihre Partei unseren kleinen und mittelständischen landwirtschaftlichen Betrieben immer mehr Fesseln an: Gülleverordnung hier, Pestizidverbote da, angeblich alles im Namen des Umweltschutzes. Tatsächlich versucht die deutsche Umweltpolitik seit Jahren, die Probleme zu lösen, die ohne die zunehmende Konzentration der Fläche bei einigen wenigen Großbetrieben vermutlich gar nicht vorhanden wären; denn der beste Umweltschutz bleibt die kleinräumige, familiär geprägte Landwirtschaft.