Sehr geehrter Herr Kollege, wenn Sie mir zugehört hätten, dann hätten Sie gehört, dass ich nicht von den LPGs gesprochen habe, sondern von den ehemaligen Volkseigenen Betrieben, die nach der Wende übernommen wurden und jetzt ihre Größe ausnutzen und dafür sorgen, dass die kleinen bäuerlichen Betriebe im Osten aufgeben müssen. Wenn Sie sich einmal Zeit nehmen und sich mit dem Deutschen Bauernbund zusammensetzen, wird er Ihnen das bestätigen. – Danke für die Zwischenfrage.
Jetzt aber weiter. Der beste Umweltschutz bleibt eine kleinräumige Landwirtschaft. Warum ist das so? Weil der Bauer mit Sicherheit auf seinen eigenen Boden achten und ihn so pflegen wird, dass ihn auch seine Kindeskinder nutzen und sich von seinem Ertrag ernähren können. Aber was haben wir stattdessen? Immer größere Betriebe und Höfesterben.
Mitverantwortlich dafür ist im Übrigen ihr Hang zum Freihandel, den hier fast alle haben, außer uns. Wenn ich an die anstehende Abstimmung über das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten denke, dann dreht sich mir, ehrlich gesagt, der Magen um. Glauben Sie wirklich, dass ein Bauer aus Niederbayern oder aus Ihrer Heimat, Frau Ministerin, der Pfalz, davon profitiert, wenn er mit einem Kollegen aus Argentinien mithalten muss, der weniger Umwelt- und Sozialauflagen erfüllen muss und für einen Liter Diesel um einiges weniger zahlt?
An dieser Stelle gebe ich auch gerne noch einen Hinweis an die sonst so menschenrechtsbewegten Fraktionen hier im Haus: Dass mit diesem Freihandelsabkommen Produkte auf den deutschen Markt kommen, die mit einem Genozid an den Ureinwohnern Nordargentiniens erkauft werden, scheint hier niemanden so richtig zu interessieren. Wenn es Sie aber interessiert: Das ist Rassismus, meine Damen und Herren.
Noch einen Satz. Ich sehe, dass meine Zeit beinahe abgelaufen ist. Dabei hätte ich noch viel mehr dazu zu sagen.
– Ich darf auch länger reden, wenn die Grünen das immer wieder dürfen.
Frau Ministerin, Ihre Regierung schafft auf der einen Seite ein Heimatministerium, sorgt aber auf der anderen Seite dafür, dass deutsche Heimat täglich vernichtet wird. Das ist der pure Wahnsinn.
Ich hätte noch viel mehr zu sagen. Ich hätte gerne auch noch etwas zu Herrn Hocker gesagt, weil er Unwahrheiten über meine Kollegen verbreitet. Aber ich komme zum Schluss, weil meine Zeit überschritten ist.
Frau Ministerin, Sie sind jetzt verantwortlich für das Schicksal der deutschen Bauern. Bitte verhalten Sie sich in Zukunft so. Dann werden wir gut zusammenarbeiten.
Danke schön.