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40. Sitzung
Freitag, 15. Juni 201819. Wahlperiode, 40. Sitzunghier: Stellungnahme gegenüber der Bundesregierung gemäß Artikel 23 Absatz 3 des Grundgesetzes
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Herr Präsident! Kolleginnen und Kollegen! Liebe Bürgerinnen und Bürger! Wenn wir es nicht schaffen, die Klimaerhitzung auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen,

Zurufvon der AfD: Welche?

werden die Folgen – ja – dramatisch und unumkehrbar sein. Wir bekommen eine Zunahme von Extremwetter; da sind die Unwetter der letzten Wochen nur das Vorspiel. Deshalb müssen die Bundesregierung und die Autoindustrie endlich umsteuern.

Beifallbei der LINKEN sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN

Das gesamte bisherige Geschäftsmodell der Autoindustrie – unbelehrbares Festhalten am Verbrennungsmotor, immer mehr Fahrzeuge, für die in den Städten schon gar kein Platz mehr ist, und immer größere und schwerere Fahrzeuge mit immensem Spritverbrauch – ist durch die fortschreitende Klimaerhitzung völlig infrage gestellt.

Beifallbei der LINKEN

Der Verkehr ist der einzige Bereich, in dem der Ausstoß von Klimagasen immer weiter ansteigt; wir haben es heute schon gehört. Die heutige Produktion von Autos – Stichwort SUVs – und die Verkehrsmittel des Welthandels – Lkws und Schiffe – sind alles andere als nachhaltig. Um zumindest die Autos weniger klimaschädlich zu machen, müssen sie leichter, verbrauchsärmer und – ja, auch das – weniger werden.

Beifallbei der LINKEN

Diesen Impuls muss die Politik endlich setzen und die notwendige Transformation der Autoindustrie anstoßen, solange die Autoindustrie selber die offensichtlichen Entwicklungen weiter ignoriert.

Die europäischen CO 2 -Grenzwerte sind das zentrale Instrument, um den Verbrauch der Fahrzeuge zu verringern. Dabei ist von entscheidender Bedeutung, dass die Vorgaben den tatsächlichen Bedarf abdecken, also eigentlich noch erhöht werden müssen.

Dass neue Autos verbrauchsarm sind, ist selbst für CO 2 -arme Antriebe wichtig. Je leichter und verbrauchs­ärmer das Fahrzeug, desto leichter ist der Übergang zu CO 2 -freien Antrieben. Bei der Elektromobilität – wir haben es eben schon ansatzweise gehört – kann dann beispielsweise die Batterie viel kleiner ausfallen. Das heißt, auch der größte Kostenfaktor bei einer Umstellung wird dadurch preisgünstiger.

Beifallbei der LINKEN

Aber was nützen die besten Grenzwerte, wenn sie durch Betrügereien und Manipulationen auf den Prüfständen umgangen werden? Auch bei den CO 2 -Werten klafft ja ein ganzer Abgrund zwischen Messung und Wirklichkeit: ganze 40 Prozent Abweichung. Für die Verbraucherinnen und Verbraucher – das haben wir eben schon vom Kollegen Kühn gehört – sind aber verlässliche Angaben zum Schadstoffausstoß wichtig. Sie sind es, die die Zeche für die Manipulationen der Autokonzerne aktuell zahlen müssen; wir erleben das gerade. Eine Verminderung des Ausstoßes von Klimagasen macht sich auch in deren Portemonnaie bemerkbar.

Beifallbei der LINKEN sowie des Abg. Stephan Kühn [Dresden] [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]

Starke Klimaziele sind also auch im Interesse der Verbraucher. Dazu braucht es aber mehr Transparenz. Die CO 2 -Zahlen aus den Messungen unter realen Fahrbedingungen müssen veröffentlicht werden. Nur so können sich die Autokäufer orientieren und richtig informiert Entscheidungen treffen.

Beifallbei der LINKEN sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN

Übrigens sind gerade Menschen mit geringem Einkommen auf billigen Wohnraum angewiesen. Und wo finden sie diesen Wohnraum in den Städten heute noch? An lauten und luftverpesteten Straßen.

Aber auch diese Menschen haben einen Anspruch darauf, kostengünstig mobil sein zu können und kostengünstig wohnen zu können, und das unter gesunden Bedingungen.

Beifallbei der LINKEN

Die Linke fordert daher unter anderem einen breiten Ausbau des ÖPNV zum Nulltarif und einen starken Ausbau für den Rad- und Fußverkehr sowie gute Lösungen für die Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs in den Städten.

Beifallbei der LINKEN

Die Bundesregierung muss die Städte und Gemeinden beim Umbau im Zuge der Verkehrswende zugunsten dieses Umweltverbundes unterstützen, und sie muss endlich eine effektive Kontrolle der Autoindustrie gewährleisten, damit die europäischen Grenzwerte eingehalten werden. So sichert man Arbeitsplätze!

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Beifallbei der LINKEN

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