Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Seit der letzten Debatte zum Thema Wolf ist einiges passiert. Die sächsische CDU hat im Copy-and-Paste-Verfahren das Thema, welches in Sachsen bisher nur durch die AfD als Problem erkannt wurde, für sich entdeckt.
Grund dafür ist die nackte Angst der CDU-Genossen, bei der nächsten Landtagswahl in Sachsen noch höher als bei der Bundestagswahl gegen die AfD zu verlieren.
Ich komme zum Thema: Geheimwaffe ist der Wahlverlierer Kretschmer, der noch bis voriges Jahr im Bundestag willfährig den Kurs der Kanzlerin in allen Bereichen getragen und verteidigt hat. Dieser Wahlverlierer hat bei einer Veranstaltung in Hoyerswerda, an der ich auch teilnahm, geäußert, dass wir ganz genau hinschauen müssten, welche Tiere wir haben, um hier nicht Hybride zu schützen. Offensichtlich ist der Wahlverlierer von Sachsen auch auf sogenannten Verschwörungsseiten unterwegs, wie Sie mir das vorgeworfen haben, Herr Träger.
In der Anhörung wollte Frau Reinhardt nicht auf die Frage antworten, ob sie denn den Polarwolf, den indischen Wolf, den arabischen Wolf, den ägyptischen Wolf oder den Timberwolf als heimische und zu schützende Wolfsart ansehen würde.
– Stellen Sie doch eine Zwischenfrage. – Das Problem ist – der Herr Schulze hat es angesprochen –, dass mit der allgemeingehaltenen Artbezeichnung „Canis lupus“ laut der Berner Konvention und der FFH-Richtlinie alle diese Wolfsarten als heimisch und streng zu schützen anzusehen sind. Wir müssen also ganz konkret festlegen, welche Tiere wir schützen wollen.
Frau Dr. Wurmb-Schwark, Sachverständige der CDU, machte klar, dass die Genanalyse, die das Senckenberg Forschungsinstitut verwendet, nicht dazu geeignet ist, festzustellen, ob es sich bei den zu untersuchenden Tieren um Wolfsmischlinge handelt. In der Zwischenzeit hat Herr Gerhards vom Verein Sicherheit und Artenschutz eine kraniologische Untersuchung an Schädeln durchgeführt, die im Senckenberg Forschungsinstitut aufbewahrt werden.
Von den 74 dort gelagerten Schädeln, welche allesamt als Wolfsschädel bezeichnet werden, wurden 6 untersucht. Herr Gerhards kam bei allen 6 zu dem Ergebnis, dass es sich um Wolfshundhybriden handelt. Drei Kollegen aus Kanada und aus Finnland kamen schon bei der Begutachtung nur der Fotos zum gleichen Schluss. Wir fordern deshalb zeitnah eine fachliche Tiefenprüfung durch weitere internationale Wildtier- und Kraniologie-Experten sowie DNA-Analysen, zum Beispiel bei dem Labor ForGen, wie es Herr Schulze auch vorgeschlagen hat.
Das Problem ist: Wir müssen wissen, um was für Tiere es sich handelt, um dann eventuell den Schutzstatus neu zu definieren.
Kommen wir nun aber zum wichtigsten Problem. Wie ich in meiner ersten Rede andeutete, zeigen die Ansiedlung der Wölfe und die Migrationskrise viele Parallelen.
Yascha Mounk ließ am 20. Februar 2018 in den „Tagesthemen“ die Katze aus dem Sack, indem er sagte: Wir sehen hier ein einzigartiges Experiment, nämlich die Umwandlung einer monoethnischen, monokulturellen Demokratie in eine multiethnische.
Ich frage Sie: Wer hat Ihnen das Recht gegeben, mit uns dieses Experiment durchzuführen?
Herr Mounk sprach von Verwerfungen. Von diesen Verwerfungen müssen wir mittlerweile täglich lesen: Es sind Vergewaltigungen, es sind Morde, Angriffe auf Einsatzkräfte.
Wieder meine Frage: Wer hat Ihnen das Recht gegeben, unsere Sicherheit, unsere Gesundheit und unser Leben derart aufs Spiel zu setzen?
Was sind jetzt aber die Parallelen zur Neuansiedlung des Wolfes? Es ist die Vorgehensweise. In der Migrationskrise hat die Bundesregierung anfangs behauptet, dass vorwiegend Frauen und Kinder kommen. Die Leitmedien setzten diese wenigen Frauen und Kinder ordentlich in Szene.