Zum Inhalt springen
44. Sitzung
Dienstag, 3. Juli 201819. Wahlperiode, 44. Sitzung
10 VermerkeReaktionswert: lebhaft481 Wörter Im Protokoll lesen

Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich frage Sie: Was wäre unsere Wirtschaft ohne den Tourismus?

Beifallbei Abgeordneten der SPD sowie des Abg. Andreas Mattfeldt [CDU/CSU]

Ich freue mich, dass dieser wichtige Wirtschaftszweig in dieser Debatte auch einmal zu Wort kommt.

Beifallbei Abgeordneten der SPD

Die Tourismuswirtschaft ist ein echtes Schwergewicht. Leider werden die Potenziale nicht immer erkannt. Ich nenne dazu nur zwei Zahlen: 4 Prozent der Bruttowertschöpfung werden vom Tourismus erzielt. 3 Millionen Menschen sind direkt in der Branche beschäftigt. Die Tourismuswirtschaft kann sich also durchaus mit der Autoindustrie, dem Maschinenbau und der Finanzwirtschaft messen. Darüber hinaus erlebt die Tourismuswirtschaft seit acht Jahren einen robusten Aufschwung. Der Tourismus ist somit ein starkes Zugpferd, vor allem auch in strukturschwachen Regionen.

Beifallbei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU

Deshalb, liebe Kolleginnen und Kollegen, ist es wichtig und zu begrüßen, dass der Tourismus im Haushalt angemessen berücksichtigt worden ist. So wird die Deutsche Zentrale für Tourismus, die für das Auslandsmarketing zuständig ist, zusätzlich zum bisherigen Budget von 30,6 Millionen Euro 2 Millionen Euro jährlich für Onlinemarketing und die Schaffung der dafür notwendigen digitalen Infrastruktur erhalten. Das, meine Damen und Herren, wird dazu beitragen, dass die Zahl der Übernachtungen ausländischer Gäste bis 2030 um sage und schreibe 50 Prozent steigt. Das wiederum wird zu Steuermehreinnahmen von schätzungsweise 250 Millionen Euro pro Jahr führen.

Beifalldes Abg. Andreas Mattfeldt [CDU/CSU]

Dies, meine Damen und Herren, ist also gut angelegtes Geld, das wir hier und heute im Haushalt absichern werden.

Beifallbei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU

Es wird eine hohe Rendite für unser Land bringen.

SPD und CDU/CSU haben sich im Koalitionsvertrag auf eine nationale Tourismusstrategie verständigt. Dies, meine Damen und Herren, ist dringend notwendig, weil die Tourismusbranche an sich sehr kleinteilig aufgestellt und oft von unterschiedlichen Interessenlagen geleitet ist. Deshalb ist es dringend notwendig, dass wir eine bessere Koordinierung zwischen allen Akteuren in der Tourismuswirtschaft hinbekommen. Auch auf politischer Ebene müssen wir etwas tun. Hier müssen wir die Zuständigkeiten besser bündeln. Wir brauchen einheitliche Rahmenbedingungen. Wir müssen uns zum Beispiel auf einheitliche Zertifizierungen, Qualitätsstandards und Konzepte für barrierefreie Reiseketten verständigen.

Beifallbei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU

Ein weiteres wichtiges Thema der nationalen Tourismusstrategie wird sein, Antworten auf den Fachkräftemangel zu finden. Hier ist besonders das Hotel- und Gaststättengewerbe betroffen. Natürlich ist zum einen die Branche selbst gefordert. Sie muss sich attraktiv für Nachwuchskräfte und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aufstellen. Das wird nur über bessere Arbeits- und Ausbildungsbedingungen, über faire Bezahlung und über planbare Arbeitszeiten gelingen.

Beifallbei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU

Zum anderen muss aber auch die Politik handeln, zum Beispiel durch die Modernisierung der Ausbildungsverordnungen, eine bessere Ausstattung der Berufsschulen, eine Mindestausbildungsvergütung und auch durch ein Zuwanderungsgesetz, auf das die Branche seit langem wartet.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Digitalisierung. Hier müssen wir auch ran. Deutschland darf den Anschluss nicht verlieren. Wir dürfen nicht zulassen, dass Tourismusdestinationen in Funklöchern verschwinden.

Beifallbei Abgeordneten der SPD

Damit der Tourismus weiterhin ein wirtschaftliches Schwergewicht bleibt, ist also noch einiges zu tun. Mit den Maßnahmen, die wir heute hier im Haushalt verabschieden, gehen wir in die richtige Richtung und geben wir dem Tourismus gute Wachstumsperspektiven auch für die Zukunft.

Beifallbei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU
Beifallbei der CDU/CSU

Ähnliche Reden