Nein. Wir haben uns im Verteidigungsausschuss schon ausgetauscht; von daher sind die Antworten gegeben.
Ich möchte zweitens darauf hinweisen, dass die russische Regierung sich klar positioniert, nicht im Dialog, sondern mit militärischer Gewalt: Die Krim wurde völkerrechtswidrig besetzt. Assad wurde mit der Hilfe Russlands an der Macht gehalten. Russland hat dafür als Belohnung zwei Standorte, in Latakia und Tartus, bekommen. Zurzeit führt Russland mit chinesischer Beteiligung ein Großmanöver durch, an dem 300 000 Soldaten teilnehmen. Das alles macht deutlich, dass wir in die Bündnisverteidigung investieren müssen.
Wir haben eine weitere große Herausforderung auf dem Kontinent Afrika, weil es dort auch instabile Länder gibt, in Nordafrika, in der Sahelzone. Hunger, Not, Willkür, Gewalt: Dies lässt uns auch nicht unbekümmert; denn wenn wir die Probleme in Afrika nicht mit lösen, dann kommen die Probleme zu uns.
Ich weise darauf hin, dass wir zukünftig noch vor großen Herausforderungen stehen werden. Deswegen ist es wichtig, dass wir mit militärischer Ausbildung und auch mit militärischer Hilfe Länder stabilisieren, dass wir mit Entwicklungspolitik Länder wirtschaftlich und bildungspolitisch stärken und dass wir auch die Grenzen Europas sicherstellen. Dies müssen wir bewusst machen in Deutschland und in Europa. Wir müssen uns auf das Unvorhergesehene und auf das Unvorhersehbare ausrichten und darauf vorbereitet sein.
Deswegen ist es wichtig, in Sicherheit und Stabilität zu investieren. Wir müssen in der Lage sein, unser Land vor Angriffen – militärischen Angriffen, Propagandaangriffen oder Cyberangriffen – zu schützen und zu verteidigen. Das gilt für die äußere Sicherheit, und das gilt auch für die innere Sicherheit. Und wir müssen auch bestimmen können, wer in unser Land kommt und wer nicht, meine Damen und Herren. Es gibt eine klare Notwendigkeit der Bündnisverteidigung. Es gibt einen instabilen Nahen Osten, es gibt einen katastrophalen Zustand in Ländern Afrikas, es gibt eine handfeste Bedrohung durch Russland, und es gibt Herausforderungen im Transatlantischen Bündnis.
Deswegen ist es richtig, dass die europäische Säule im NATO-Bündnis gestärkt wird, dass wir unseren Staat, unser Land auch stark machen, dass wir in die Sicherheit investieren und unsere Streitkräfte ausrüsten. Meine Damen und Herren, mit dem Weißbuch haben wir gesagt, wohin wir gehen müssen. Mit der Konzeption der Bundeswehr haben wir gesagt, wie wir dies lösen wollen. Mit dem Fähigkeitsprofil stellen wir dar, womit wir dies gewährleisten wollen. Wir brauchen eine starke Verteidigung, wir brauchen auch eine solide Rüstungsindustrie, und wir brauchen eine gut ausgebildete und ausgerüstete Bundeswehr. Deswegen wollen wir zusammen mit unseren europäischen Partnern europäischer werden, aber transatlantisch bleiben. Deswegen setzen wir auf das Bündnis. Deswegen sagen wir: Verlässlichkeit im Bündnis ist für uns unverzichtbar. Deswegen halten wir unsere Zusagen auch ein.
Meine Damen und Herren, der Verteidigungshaushalt für 2019 mit fast 43 Milliarden Euro bildet ab: Betriebsausgaben inklusive Personalausgaben von 24 Milliarden Euro, Investitionen von 9,5 Milliarden Euro, Versorgungsleistungen von 6 Milliarden Euro. Für uns ist dies ein richtiger und notwendiger Schritt, er ist erforderlich, und wir sehen noch Nachholbedarf: 42,9 Milliarden Euro in 2019 und 60 Milliarden Euro in 2023. Hier fordern wir vom Finanzminister, Verantwortungsbewusstsein zu zeigen.
Sicherheit ist vielleicht nicht alles, aber ohne Sicherheit ist alles nichts. Sicherheit gibt es nicht zum Nulltarif. Wir müssen bereit sein, für Frieden und Freiheit zu investieren, und unseren Soldatinnen und Soldaten Dank zollen – wir denken auch an die Familienangehörigen –, die im Einsatz und im Heimatbetrieb diese Sicherheit für unser Land gewährleisten.
Herzlichen Dank.