Zum Inhalt springen
49. Sitzung
Donnerstag, 13. September 201819. Wahlperiode, 49. Sitzung
17 VermerkeReaktionswert: sehr hoch561 Wörter Im Protokoll lesen

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Hier soll ja eigentlich über den Haushalt gesprochen werden. Ich habe eigentlich den Eindruck gehabt: Hier wird über alles Mögliche gesprochen, nur nicht über den Haushalt.

Zurufvom BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Ja, besonders bei der AfD!

Jetzt sind wir gespannt, wenn Sie über den Haushalt sprechen!

Was fällt auf beim Einzelplan 07 für das Ressort Justiz und Verbraucherschutz? Ich will es Ihnen sagen: die geradezu auffällige Unauffälligkeit. Herr Dr. Martens hat es vorhin schon angesprochen – er hat es auch ganz zutreffend gesagt –: Von dem, was man so vorhat, ist da nichts zu sehen. Auch Frau Dr. Rottmann hat es vorhin gesagt; sie hat von Luftballons gesprochen. Dies hier ist ein Plan ohne jede Visionen.

Beifallbei Abgeordneten der AfD

Das ist etwas, was eigentlich sehr erstaunt. In einer Zeit der Messermigration

Widerspruchbei Abgeordneten der LINKEN und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN

und des Umstandes, dass etwa 700 000 Ausreisepflichtige in diesem Land herumkreiseln, würde man doch eigentlich erwarten, dass sich dies im Haushaltsplan für die Justiz niederschlägt. Aber was ist? Wir sehen: Alles bewegt sich in der üblichen Schwankungsbreite. Das betrifft namentlich auch die Planstellen für Richter und Beamte am Bundesverwaltungsgericht. Hier müsste doch eine deutliche Aufstockung erfolgen – wie überhaupt an allen Gerichten. Es müsste hier deutlich mehr Geld für Planstellen vorgesehen werden. Im Kapitel 0715 wird von einem Ansatz von etwa 9,5 Millionen Euro ausgegangen. Es müssten hier deutlich über 10 Millionen Euro eingesetzt werden; doch das sehe ich nicht.

Verwaltungsgerichte sind wegen der Zunahme der Asylverfahren völlig überlastet. In ihrer Folge ist natürlich auch das Bundesverwaltungsgericht erheblich unter Druck. Nur über eine deutliche personelle Aufstockung können sowohl die Bearbeitungszeiten als auch die Erledigungszahlen in der Rechtsmittelinstanz gesteigert werden. Über diesen Weg ist es dann möglich, effektiv das zu tun, was zum Schutz unserer Bevölkerung dringend erforderlich ist, nämlich die Gäste von Frau Merkel, die nicht hierhergehören, endlich wieder nach Hause zu schicken.

Beifallbei der AfD

Ich habe leider nicht viel Zeit.

Gott sei Dank!

Ich möchte hier nur eine Sache herausgreifen: die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, BMH genannt.

Sie macht exzellente Arbeit!

Ich greife sie als Paradebeispiel heraus, um zu zeigen, wo man meint, Prioritäten zu setzen, bzw. wofür man überhaupt Geld ausgibt. Diese 2011 errichtete Stiftung hat zum Ziel, an Magnus Hirschfeld zu erinnern – kennt den jeder? –,

Bildungs- und Forschungsprojekte zu fördern und einer gesellschaftlichen Diskriminierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen, trans- und intergeschlechtlichen sowie queeren Personen in Deutschland entgegenzuwirken.

Gut so! Jawohl!

Weitere Zurufe von der SPD

Also, ich muss ehrlich sagen: Ich habe erst mal nachlesen müssen, was das alles ist.

Zurufevon der SPD, der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Das glaube ich Ihnen!

Auf der Besuchertribüne sitzt eine Schulklasse: Ich weiß jetzt nicht, ob diese Schüler das wissen.

Wenn man in den Haushaltsplan guckt, sieht man: Das wurde von 324 000 Euro in 2017 auf 500 000 Euro in 2018 erhöht. Für 2019 ist eine Erhöhung im Soll auf 547 000 Euro vorgesehen. Das ist über den Daumen gepeilt eine Erhöhung im Soll um fast 10 Prozent. Für diese Bundesstiftung wird doppelt so viel Geld eingeplant wie für das Servicebüro der Deutschen Bewährungshilfe in Köln für Täter-Opfer-Ausgleich

Was ist das für ein Vergleich?

und die Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention zusammen.

Was hat das damit zu tun?

Irgendwas haben Sie nicht verstanden!

Da fragt man sich doch: Werden hier die Prioritäten richtig gesetzt?

Beifallbei der AfD

Was quält die Menschen denn heute? Was ist da vorrangig? Der Schutz von sexuellen Präferenzen vor Diskriminierung oder der Schutz der Bürger vor real existierender Kriminalität, was steht denn hier an erster Stelle?

Beifallbei der AfD
Zurufder Abg. Amira Mohamed Ali [DIE LINKE]

An diesem kleinen Beispiel sieht man wieder, wie man von Regierungsseite die realen Probleme ignoriert und stattdessen Geld in eine ideologisch motivierte Umerziehung investiert.

Unglaublich!

Das ist ganz dünn!

Das lehnen wir ab.

Vielen Dank.

Beifallbei der AfD

Man muss sich schämen für solche Kollegen!

Nächster und letzter Redner in dieser Debatte: Markus Uhl, CDU/CSU-Fraktion.

Beifallbei der CDU/CSU

Ähnliche Reden