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59. Sitzung
Freitag, 19. Oktober 201819. Wahlperiode, 59. SitzungMietenanstieg stoppen, Mieterinnen und Mieter schützen, Verdrängung verhindern
16 VermerkeReaktionswert: sehr hoch446 Wörter Im Protokoll lesen

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Zuschauer auf den Tribünen! Deutschland im Oktober 2018: Seit mehr als zehn Jahren befindet sich dieser Staat im Rettungswahn – dank der Merkel-Regierung und auch Teilen der Opposition.

Endlich mal nicht das Thema Flüchtlinge! Hatten wir lange nicht mehr!

Sie wollen die EU retten, den Euro retten, Banken retten, Griechenland retten, das Klima retten,

Sie haben die Flüchtlinge vergessen!

Flüchtlinge retten und retten unsere Bürgerinnen und Bürger mit Fahrverboten vor dem Feinstaub, obwohl die Atemluft seit der Industrialisierung wohl nie so gut war wie heute.

Wir sind hier gerade gar nicht beim Verkehrsbericht!

Viele Menschen weltweit fragen sich mittlerweile: Sind diese Deutschen noch zu retten?

Beifallbei der AfD

Wenn diese Politik sich fortsetzt, wird es in einigen Jahren heißen: Rette sich, wer kann!

Beifallbei Abgeordneten der AfD

Jetzt haben sich insbesondere die Linken auf die rote Fahne geschrieben: Rettet den Mieter! Der Feind ist auch schon ausgemacht. Es ist der böse Vermieter, obwohl es sich bei Vermietern zu über 60 Prozent um private Kleinvermieter handelt, und die haben in den letzten Jahren die Miete vielfach nicht erhöht.

Die Regierung versucht jetzt, mit viel sozialistischem Klamauk dem extrem angespannten Wohnungsmarkt den nächsten Stoß zu versetzen: durch Verschärfung der Mietpreisbremse, neue Kappungsgrenzen bei der Modernisierung, mehr Bürokratie für den Vermieter – ohne einen positiven Effekt für den Mieter. Das, liebe Entwurfsverfasser, wird so nicht funktionieren, wird die Neigung von Kleinvermietern, in den Mietwohnungsbau zu investieren, weiter verringern und – von Ihnen sicher nicht gewünscht –: Es wird zu einer Konzentration auf die großen Wohnungsgesellschaften führen.

Glauben Sie denn wirklich, dass die Mietpreisbremse sozial ist?

Was wollen Sie denn?

Sie führt doch dazu, dass sich der Vermieter für den Mieter entscheiden wird, der am solventesten ist. Das Hauptziel muss doch sein, kurzfristig einen funktionsfähigen Wohnungsmarkt wiederherzustellen. Es gilt, die Schere zwischen Angebot und Nachfrage zu schließen.

Und bauen kann man ganz schnell, ja?

– Ja.

Beifallbei Abgeordneten der AfD

Ich backe mir heute ein Haus! Wunderbar!

Das wird nur in einem fairen Abstimmungsprozess zwischen Investoren und Politik gelingen und nicht mit Restriktionen.

Auch die von der Bundesregierung aufgelegten kleinlichen und peinlichen Förderprogramme werden an der derzeitigen Wohnungsmisere nichts ändern.

Beifallbei der FDP

Sagen Sie doch mal, was die AfD kurzfristig machen will!

– Warten Sie doch ab. – Vor allem das Ziel, in dieser Legislaturperiode 1,5 Millionen Wohnungen neu zu bauen, wird damit bei weitem nicht erreicht. Hier bedarf es wirksamerer Maßnahmen. Deshalb fordern wir von der AfD die Abschaffung der Grund- und Grunderwerbsteuer bei voller Kompensation durch den Bund,

Lachendes Abg. Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]

eine nachhaltige Unterstützung der Städte und Gemeinden beim Baulandmanagement, insbesondere in den Metropolregionen,

Da werden sich die Metropolregionen freuen!

eine Beschleunigung der Planungs- und Genehmigungsprozesse, ein Ende des Dämmwahnsinns, ein Moratorium für die Energieeinsparverordnung

Beifallbei der AfD
Zurufder Abg. Ulli Nissen [SPD]

und die nachhaltige Stärkung des ländlichen Raums zur Entlastung der Metropolregionen.

Jetzt reden Sie doch mal zum Thema! Es geht um Mieten!

So lässt sich der Wohnungsmarkt neu beleben – sachgerecht und ohne ideologische Scheuklappen.

Beifallbei der AfD

Das ist weder kurzfristig möglich, noch hat es mit Bestandsmieten zu tun!

Für die finanzschwächeren Mieter fordern wir eine sofortige und kräftige Erhöhung des Wohngeldes sowie die Erweiterung des Empfängerkreises. Finanzieren, meine sehr verehrten Damen und Herren, lässt sich das Ganze relativ einfach: durch ein Ende des Rettungswahns.

Vielen Dank.

Beifallbei der AfD
Beifallbei der CDU/CSU

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