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72. Sitzung
Freitag, 14. Dezember 201819. Wahlperiode, 72. SitzungKulturgut Buch fördern – Buchpreisbindung erhalten
14 VermerkeReaktionswert: sehr hoch432 Wörter Im Protokoll lesen

Frau Präsidentin! Werte Abgeordnete! Fast hätte ich schon „liebe Freunde“ gesagt;

Zurufevon der CDU/CSU und der SPD

Das können wir nicht unterschreiben!

denn dass die Regierungsfraktionen und selbst Grüne und Linke wie auch die FDP mit der AfD Seit an Seit einen Anschlag auf die Kultur in Deutschland zu verhindern helfen, ist schon ein ganz besonderes Ereignis. So viel Harmonie muss mit dem nahenden Weihnachtsfest zu tun haben; ich weiß es nicht.

Vielleicht können Sie jetzt aber zumindest ein bisschen nachempfinden, wie es uns regelmäßig geht,

Ach Gottchen!

wenn wir mit anderen Schaden bringenden Initiativen der EU oder sonst woher konfrontiert sind.

Beifallbei der AfD

Völlig zu Recht kritisiert der Antrag der Regierung zum Kulturgut Buch die rein ökomische Betrachtungsweise der Monopolkommission, die den identitätsstiftenden Aspekt des Buches und damit auch der Literatur weitgehend ausblendet. Warum auch die AfD gegen die Aufhebung der Buchpreisbindung ist, hat mein Kollege Enrico Komning ausführlich dargelegt. Mein Part hier ist es, den Finger in eine Wunde zu legen und die Harmonie dann doch zu beenden.

Sie nennen nämlich in Ihrem Antrag die Buchpreisbindung ein „zentrales Instrument zur Sicherung des Bestands der kulturellen Vielfalt im Buchwesen“. Ich will kurz rekapitulieren, wie es mittlerweile mit der kulturellen Vielfalt im Buchwesen in Deutschland bestellt ist.

Bereits 2014 strich der Onlinebuchhändler Amazon etliche Titel des Antaios Verlages des engagierten rechtskonservativen Verlegers Götz Kubitschek

Lachender Abg. Simone Barrientos [DIE LINKE]

aus dem Sortiment, weil sie seiner Meinung nach politisch unkorrekt waren.

Oh mein Gott!

Auf der Frankfurter Buchmesse 2017 demonstrierten leitende Personen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels vor dem Antaios-Messestand. Sie verhinderten nicht

Lachender Abg. Simone Barrientos [DIE LINKE]

– Frau Barrientos, ja, da können Sie lachen –, dass der Stand zweimal über Nacht verwüstet wurde. Lesungen konnten wegen Störaktionen Ihrer Freunde dort nicht stattfinden.

Beifallbei der AfD
Lachender Abg. Simone Barrientos [DIE LINKE]

2018 dann die Verbannung sogenannter rechter Verlage in ein totes Eck der Messehalle; eine klare Repression gegen Andersdenkende.

In die braune Ecke, da gehören die Verlage hin!

Ich engagiere mich übrigens für Verlage gegen rechts!

Susanne Dagen, Buchhändlerin aus Dresden, die gegen diese Zustände in einem offenen Brief an den Börsenverein protestierte, wurde boykottiert und ausgegrenzt. Eine „Spiegel“-Kolumnistin sagt eine Lesung in einer Buchhandlung ab, weil dort rechte Bücher stehen.

Beifalldes Abg. Uwe Kekeritz [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]

Ein Buch des hellsichtigen Zeitdiagnostikers Rolf Peter Sieferle, das ganz oben auf der „Spiegel“-Bestsellerliste stand, verschwindet plötzlich von einer Woche auf die andere von selbiger, weil es nicht ins linksliberale Weltbild passt.

Beifallbei der AfD

Die ewige Schleife!

Bücher werden in Deutschland zwar noch nicht verbrannt, aber sie werden verbannt; und das ist einer Kulturnation unwürdig.

Beifallbei der AfD
Zurufdes Abg. Stefan Schmidt [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]

Das sind Regime, die sich so verhalten, die wir zu Recht verurteilen.

Wenn es Ihnen wirklich ernst ist mit der kulturellen Vielfalt im Buchwesen, dann verurteilen Sie diese Zustände konsequent. Sorgen Sie für ein gesellschaftliches Klima, das verhindert, dass so was wieder vorkommt!

Das müssen Sie in die andere Richtung sagen!

Solange das nicht geschieht, müssen wir Ihre edlen Bekenntnisse zur Vielfalt als Heuchelei werten. Nichts anderes sind sie.

Danke.

Beifallbei der AfD
Zurufder Abg. Simone Barrientos [DIE LINKE]

– Lügnerin.

Beifallbei der SPD sowie der Abg. Elisabeth Motschmann [CDU/CSU]

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