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90. Sitzung
Freitag, 22. März 201919. Wahlperiode, 90. SitzungLohndiskriminierung von Frauen beenden – Equal Pay durchsetzen
27 VermerkeReaktionswert: sehr hoch701 Wörter Im Protokoll lesen

Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Seit Jahrzehnten ertragen wir die verschiedenen Auswüchse linker Ideologieprojekte, deren Hauptmerkmal es ist,

Widerspruchbeim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Zurufvon der SPD: Das haben wir alles schon mal gehört!

keinen Fehler auf dem Weg zum totalen Irrtum zu machen. Ob Gender-Gaga

oder Klima-Religion,

Widerspruchbei der LINKEN

Wo sind eigentlich die Frauen in Ihrer Partei?

am Ende findet sich für jede Sekte der geeignete Anhänger.

Beifallbei der AfD

Anhänger hat auch das Märchen der angeblich unterdrückten und diskriminierten Frau, die in einer von Männern dominierten Welt ungerecht behandelt wird.

Das sieht man an Ihrer Fraktion!

Die Geschichte wird immer gleich erzählt. Sie lautet etwa so: Die Chefs in den Unternehmen sind meistens Männer. Die wissen die Arbeit von Frauen aus Gründen, die mir noch niemand erklären konnte, einfach nicht zu schätzen, und deshalb bekämen die Frauen weniger Gehalt.

Wenn Sie es nicht verstehen wollen!

Nun lösen wir uns mal ganz kurz von der Welt der Märchen und kommen zu den Fakten. Vergleicht man die Gehälter aller berufstätigen Frauen in der Bundesrepublik mit denen aller berufstätigen Männer, stellt man fest: Ja, dann verdienen Frauen in der Tat – rein statistisch – erst einmal 21 Prozent weniger.

Zurufvon der LINKEN: Aha!

Ja, aber eben nicht für die gleiche Arbeit, nicht in den gleichen Berufen, nicht in vergleichbaren Firmen und nicht mit der gleichen Berufserfahrung!

Widerspruchbei der SPD und der LINKEN

Woran liegt das? Es liegt daran, dass Frauen in eher niedrig entlohnten Bereichen wie Erziehung, Unterricht, Gesundheit und Sozialwesen überrepräsentiert sind. Unterrepräsentiert sind sie dagegen in wissenschaftlich oder naturwissenschaftlich orientierten Berufen, den sogenannten MINT-Berufen.

Und in Ihrer Fraktion!

Das sind Sie selber!

Warum das so ist? Ja, das müssen Sie die Frauen vielleicht einmal selbst fragen.

Widerspruchbei der LINKEN

Könnte es vielleicht daran liegen, dass Frauen und Männer so gleich, wie immer behauptet wird, doch nicht sind?

Gleich mit Ihnen möchte ich auch nicht sein!

Sei’s drum! Es ist jedenfalls nicht die Aufgabe des Staates, den Frauen in ihre freie Berufswahl hineinzureden.

Beifallbei der AfD

Bereinigt man die Statistik nun aber um diesen Faktor, stellt man fest, dass von der Lohnlücke gerade noch 6 Prozent übrig bleiben.

6 Prozent sind 6 Prozent!

Aber damit ist die Geschichte ja nicht zu Ende. Laut Umfragen sind noch immer viele Paare – also Männer und Frauen – der Meinung, dass Mütter von Schulkindern nicht Vollzeit arbeiten sollten. Und oft sind es in der Tat die Frauen, die bereit sind, etwas Karriere für ein klein wenig mehr Zeit mit dem eigenen Kind einzutauschen – eine Einstellung, die bei den Damen und Herren von Linken und Grünen natürlich zur Schnappatmung führt, die aber in einer freien Gesellschaft einfach legitim ist. Das müssen Sie mal zur Kenntnis nehmen.

Beifallbei der AfD
Widerspruchbeim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Während sich also in dieser Lebensphase viele Frauen selbst aus dem Rennen nehmen, indem sie sich für eine Teilzeitstelle entscheiden, machen Männer nicht selten Überstunden und sammeln Berufserfahrung.

Darum geht es nicht!

Und höhere Berufserfahrung – wer hätte das gedacht? – führt zu höherem Lohn. So einfach ist das.

Widerspruchbeim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Das gibt’s doch gar nicht!

Und wird die Statistik auch diesbezüglich bereinigt, so rechnet uns das Institut der deutschen Wirtschaft vor, bleibt vom Gender Pay Gap so gut wie nichts mehr übrig.

Dass es in das linke Weltbild nicht so gut passen mag, dass Frauen noch immer die Zeit mit dem eigenen Kind höher bewerten als berufliches Fortkommen, wissen wir natürlich. Im Sozialismus gehören Frauen in die Produktion und die Kinder in die Kita; auch das wissen wir.

Beifallbei Abgeordneten der AfD

Inzwischen gibt es ja sogar Frauen, die deshalb arbeiten, um die Kosten für den Kitaplatz zu erwirtschaften. Das heißt, sie verdienen Geld, um tatsächlich fremde Menschen dafür zu bezahlen, dass sie das eigene Kind erziehen.

Zurufvon der SPD: Unglaublich!

Ich frage Sie: Merkt denn hier eigentlich

Sie merken auch nichts in dieser Debatte!

irgendwann irgendwer in diesem Hohen Haus, wie krank das eigentlich ist?

Wenn wir nun aber unbedingt über Diskriminierung und finanzielle Ungleichheiten reden wollen, dann reden wir doch mal über den Gender Lifetime Gap, wie ich es nenne. Reden wir mal darüber, dass Frauen durchschnittlich fünf Jahre länger leben, was ja nach Genderideologie gar nicht passieren dürfte, weil Frauen und Männer ja gleich sind.

Dennoch passiert es. Das heißt, Frauen profitieren im Durchschnitt fünf Jahre länger von einer Rente, die im Übrigen auch durch männliche Beitragszahler gezahlt wird. Schon mal darüber nachgedacht?

Lachenbei der SPD, der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Rechnen wir doch mal aus, was da finanziell so alles zusammenkommt.

Nehmen Sie denen alles weg! Schreiben Sie dazu einen Antrag! So was muss alles weg!

Vielleicht kommen wir dann auch zu ganz anderen Bewertungen bezüglich der angeblichen immer wieder benannten strukturellen Benachteiligungen,

Ich dachte, Karneval ist vorbei!

die wir natürlich immer nur bei Frauen ausmachen.

Schreiben Sie das unbedingt in Ihr Wahlprogramm!

Deshalb sage ich Ihnen: Hören Sie endlich auf, die Menschen mit Ihren ideologischen Märchen zu langweilen. Frauen sind in dieser Gesellschaft keine Opfer!

Schwachsinn!

Deswegen brauchen wir weniger Frauenquoten. Wir brauchen keine Prüfung der Entgeltgleichheit, und am allerwenigsten brauchen wir ein Verbandsklagerecht.

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