Vielen Dank. – Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Dr. Bartels! Sehr geehrte Damen und Herren! Leben am Ressourcenlimit, die Luftwaffe auf dem Tiefpunkt ihrer Geschichte, stockende Großprojekte, Vollausstattung erst 2031 – vielleicht. Allein die ersten zehn Seiten des Berichts des Wehrbeauftragten listen einen so maroden Zustand unserer Bundeswehr auf, dass man am liebsten aufhören möchte, zu lesen. Aber das ist nicht neu. Wir kennen die Defizite bei den großen Projekten hinlänglich, weil wir darüber seit Jahren diskutieren.
Nicht minder wichtig sind aber die vielen unzähligen kleinen Dinge, die für uns im Alltag völlig selbstverständlich sind, an denen es bei unserer Bundeswehr aber trotzdem mangelt. Das geht los mit leistungsstarken kleinen Rechnern, die benötigt werden. Erst diese Woche berichtete mir ein Berufssoldat, dass man an seinem Standort nicht einmal vernünftige Softwarelizenzen hat, mit denen man Entwicklungsarbeit betreiben kann, wie zum Beispiel für MATLAB. Nein, man muss auf Open-Source-Lösungen zurückgreifen oder sogar teilweise auf private Rechner, um überhaupt vernünftige Arbeit leisten zu können. Ein unhaltbarer Zustand!
Große Fragezeichen gibt es bei den Teilselbst- und bei den Selbsteinkleidern, bei verlässlichen Perspektiven für die Familienplanung und nicht zuletzt am Ende der Dienstzeit beim Übergang in den Ruhestand. Was gibt es für eine größere Bankrotterklärung für eine Armee, als wenn der Soldat nicht im Angesicht des Feindes, sondern angesichts der Probleme in der eigenen Armee Überzeugungen und Ideale verliert, sodass viele Kampfpiloten frühzeitig den Dienst quittieren. Jede 2-Prozent-Finanzdiskussion ist angesichts dieser Umstände völlig obsolet.
Zum Schluss gerne noch etwas Positives: Lieber Herr Dr. Bartels, Sie genießen ein sehr hohes Ansehen in der Truppe. Unsere Soldaten sind Ihnen und Ihrem Team für die schnelle und zielgerichtete Arbeit sehr dankbar. Der Bitte, diesen Dank an dieser Stelle einmal weiterzureichen, komme ich sehr gerne nach.
Vielen Dank.