Die Schätzung, wie viele außerbetriebliche Ausbildungsplätze zusätzlich geschaffen werden, geht natürlich davon aus, dass die Maßnahmen, die wir vorher ergreifen, gut passen, dass wir die Berufsorientierung stärken, dass wir die Jugendberufsagenturen stärken, dass wir die Mobilität fördern und natürlich auch untergesetzliche Maßnahmen, die zur Fachkräfte- und Ausbildungsstrategie gehören, wie zum Beispiel das Azubi-Wohnen, weiter ausbauen.
Das Entscheidende an der Stelle ist für uns auch nicht, wie die Schätzung aussieht, sondern dass wir einen individuellen Rechtsanspruch schaffen.
Da, wo das System nicht funktioniert, wird es einen Rechtsanspruch geben, und den können junge Menschen in Anspruch nehmen. Deswegen ist das ein Recht auf Ausbildung.
Aber – ich will in meiner Rede fortfahren – das heißt nicht, dass wir mit der Ausbildungsgarantie die Unternehmen aus ihrer Verantwortung entlassen. Im Gegenteil: Wir erwarten auch deutlich mehr Anstrengung der Wirtschaft für mehr betriebliche Ausbildungsplätze. Es kann nicht sein, dass diese Verantwortung auf den Staat abgeschoben wird.
Ich sage auch deutlich zu den kritischen Stimmen, die behaupten, dass das sehr teuer wird: Es stimmt, eine Ausbildungsgarantie kostet viel Geld. Aber: Keine Ausbildungsgarantie kostet mehr.
Denn „kein Berufsabschluss“ heißt für junge Menschen: ein Leben lang weniger Gehalt, ein höheres Risiko von Arbeitslosigkeit und die Gefahr gesellschaftlicher Ausgrenzung, ganz zu schweigen von den Kosten für die Wirtschaft wegen fehlender Fachkräfte.
Aber das Versagen am Ausbildungsmarkt darf nicht zulasten der jungen Menschen gehen und die Unwilligkeit, Auszubildende zu nehmen, die keinen geraden Lebenslauf haben, auch nicht. Deswegen machen wir es mit diesem Gesetz vor. Wir machen den ersten Schritt. Jetzt bitten wir die Wirtschaft, nachzuziehen, und erwarten das auch.
In diesem Sinne: Vielen Dank.