Sehr verehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Sie müssen mir nachsehen, dass ich in meinen fünf Minuten in dieser Aktuellen Stunde nicht groß auf die ewigen Möchtegernkolonialknechte vom rechten Abgrund eingehen werde.
Wir haben mit den Benin-Bronzen zurückgegeben, was uns nicht gehört, uns auch nie gehört hat und bei dem wir uns als Europäer mit Ratschlägen an die Völker, die wir brutal überfallen und beraubt haben, sehr zurückhalten müssen. Wie mit den zurückgegebenen Bronzen verfahren wird, ist eine innernigerianische Angelegenheit.
Ich möchte noch hinzufügen: Wenn man sagt: „Wir haben da Kulturgüter geraubt“,
sollte man auch hinzufügen: Bei diesen Raubzügen wurde gemordet, vergewaltigt und verstümmelt,
und es wurden auch in den von Deutschen besetzten Kolonien Menschen die Köpfe abgeschnitten und diese nach Deutschland verfrachtet. 16 000 Human Remains liegen in Kisten in den Kellern deutscher Museen.
Das ist nur ein grauenhafter Aspekt unseres kolonialen Erbes.
Die Landkarte der ehemaligen Kolonien ist von Europäern gezeichnet, und darum tragen wir letztendlich auch für die Spannungen innerhalb dieser Länder, wenn es darum geht: „An wen wird zurückgegeben?“, die größte Verantwortung von allen.
Der Restitution der Benin-Bronzen im Dezember letzten Jahres durch Außenministerin Baerbock, Kulturstaatsministerin Roth und eine Delegation des Bundestags ging ein langer Prozess voraus. Eingeleitet wurde dieser Prozess unter der Vorgängerregierung, unter den früheren Staatsministerinnen Monika Grütters und Michelle Müntefering. Entscheidende Expertise kam von den Direktorinnen der wichtigsten deutschen Museen und natürlich auch vom Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Professor Hermann Parzinger.
An dieser Stelle möchte ich mich für ihre fachliche Begleitung bedanken. Ich danke speziell der CDU, dass sie sich hier als Partei und Teil einer Bundestagsfraktion für die Restitution der Bronzen an Nigeria eingesetzt hat. Frau Baerbock und Frau Roth haben das im Dezember in Nigeria bei jeder ihrer Reden gewürdigt. Ich danke ganz speziell und exemplarisch dem CDU-Kollegen und Fachpolitiker Thomas Rachel, der wie ich Teil der Delegation sein durfte.
Jetzt kommt die heftigste Kritik an der Rückgabe in den letzten Tagen aber gar nicht von den rechten Spießgesellen.