Die Kritik kommt ausgerechnet vom neuen Thinktank der CSU. Frau Bär tut sich hervor, formuliert unwidersprochen die Kehrtwende in der Union und bezeichnet die Bundesregierung als naiv und dumm.
Also, wir alle wissen ja, wie es um die Leute bestellt ist, die anderen Naivität und Dummheit vorwerfen:
Da deuten immer mindestens drei Finger auf einen selber zurück. Der Vorwurf trifft natürlich alle Beteiligten: die Kolleginnen und Kollegen im Bundestag und die Fachleute, die entscheidenden Input geliefert haben.
Das weise ich in aller Schärfe für alle zurück, die nicht die Gelegenheit haben, Ihnen hier im Bundestag darauf zu antworten.
Interessant ist, dass Frau Bär ihre Kritik, wenige Tage nachdem sie mit den CSUlern Hahn und Scheuer vom Besuch im Populisten-Disneyland in Florida zurückgekehrt ist, lautstark verkündet hat.
Der neue CSU-Einsager Ron DeSantis ist es, der zum Beispiel die amerikanische Historie in den Schulgeschichtsbüchern der USA umschreiben will.
Da soll in Zukunft nicht mehr stehen dürfen, dass den Ureinwohnern Amerikas ihr Land in blutigen Kriegen abgenommen wurde.
Nach dem Willen des von Frau Bär hofierten Gouverneurs
soll es in Zukunft heißen, die Vereinigten Staaten hätten das Land von den Ureinwohnern erworben.
Das zeigt doch eins: Es geht Ihnen in der CSU nicht um eine Restitutionsdebatte,
es geht Ihnen nicht mal um die Benin-Bronzen, es geht Ihnen natürlich schon gar nicht um irgendeine Form von Lösungen. Es geht Ihnen allein um den Kulturkampf von rechts.
Sie unterscheiden sich inhaltlich dabei nicht von der AfD.
Ich bin jetzt nur gespannt, ob sich die CDU Deutschlands auch beim wichtigen und komplexen Thema Restitution kleinmacht und sich wieder einmal dem Diktat der kleinen regionalen Stiefschwester beugt.
Ich hoffe es nicht.
Vielen Dank.