Nein.
Industrie und Klimaschutz zusammenzubringen, ist das, was wir mit diesem Abkommen versuchen. Wir versuchen, dieses Ungleichgewicht zwischen Austausch von Rohstoffen auf der einen Seite und Industrieprodukten, die wir rüberschicken, auf der anderen Seite zu überwinden. Was sich die Staaten Lateinamerikas wünschen, sind echte Investitionen, Aufbau von Industrieproduktion, Technologietransfer. Deswegen bin ich sehr froh, dass die EU-Kommissionspräsidentin diese Woche, als sie in Brasilien war, 10 Milliarden Euro Investitionen in Lateinamerika aus der EU-Global-Gateway-Initiative angekündigt hat. Ich glaube, das ist genau der richtige Weg, zu zeigen, dass es uns nicht nur darum geht, hier billige Rohstoffe zu bekommen, sondern dass wir an einer echten Partnerschaft auf Augenhöhe mit echten Industrieinvestitionen in Lateinamerika interessiert sind.
Wir müssen aber, wie gesagt, auch wirklich zur Kenntnis nehmen, dass diese Zusatzvereinbarung, die jetzt ins Spiel kam, in Brasilien für Irritationen gesorgt hat; das stimmt. Für den Kontext muss man verstehen, dass Brasilien heute schon 80 Prozent seines Energiebedarfs aus Erneuerbaren gewinnt und die Autoflotte in Brasilien zum großen Teil mit Ethanol läuft. Das Benzin in Brasilien hat in seiner niedrigsten Variante 27 Prozent Ethanol; die meisten fahren mit 80 Prozent. Vielleicht können wir hier und da auch mal etwas von Brasilien lernen.
Insofern ist es so, dass Brasilien schon jetzt pro Kopf deutlich weniger Emissionen hat als wir, dass es sich trotzdem zum Klimaschutzabkommen von Paris bekannt hat und dass es natürlich mit dem Amazonienfonds versucht, den Amazonas und den Regenwald zu schützen. Die größte Quelle der Emission ist nämlich die illegale Rodung. Dabei müssen wir sie unterstützen, und da müssen wir ihnen entgegenkommen.
Wenn dieses Abkommen scheitert, steht China bereit; das stimmt. Aber ich will an dieser Stelle auch sagen, Herr Spahn: Mit China-Bashing werden Sie im Globalen Süden nicht vorankommen und keine Freunde finden. China ist schon jetzt der größte Handelspartner von Brasilien, und übrigens ist China auch der größte Handelspartner von Deutschland.
Insofern muss man da in seiner Rhetorik auch glaubwürdig sein, nicht abgehoben, nicht überheblich, nicht nur immer an sich denken. Dann kriegen wir mit dieser deutschen Bundesregierung –