Liebe Kollegin Frau Breymaier, ich habe immer mit großer Freude Ihre Interviews zum Thema Prostitution gelesen. Diese fand ich persönlich wesentlich stringenter als Ihre bisherige Rede. Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, warum Sie uns vorwerfen, dass wir jetzt einen Antrag einbringen, obwohl wir davon ausgehen, dass er keine Mehrheit findet. Ich weiß nicht, ob das stimmt. Ich weiß überhaupt nicht – außer vielleicht bei den Grünen –, wie es in Ihrer Fraktion ausschaut. Ich habe den Bundeskanzler in der Regierungsbefragung gefragt, wie er sich zu diesem Thema verhält. Die Öffentlichkeit war erstaunt. Die Medien haben berichtet, weil auch sie erstaunt waren. Jawohl, der Bundeskanzler hat – er hat schon Verantwortung in Hamburg getragen – die schwierige Lage der Prostituierten erkannt, und zwar mehr als die Bundesfrauenministerin. Olaf Scholz, herzlichen Dank für diese Erkenntnis!
Vielleicht täuschen Sie sich. Vielleicht sind hier viele Kolleginnen und Kollegen für unseren Antrag. Ich kann Ihnen nur sagen: Wir überweisen den Antrag nun an die zuständigen Ausschüsse.
Sie haben von Energie gesprochen. Wir haben als Frauenpolitikerinnen zusammen mit Menschenrechtspolitikern, Innenpolitikern, Rechtspolitikern, Gesundheitspolitikern und Außenpolitikern dafür gesorgt, dass die ganze Fraktion eine Linie vertritt. Ich wünsche mir, dass es keine Wunderkerze der SPD ist und dass Sie es mit Ihrer Energie auch schaffen, Frau Breymaier, Ihre Fraktion davon zu überzeugen. Dann haben Sie uns an Ihrer Seite. Ich hoffe sehr, dass Sie im Ausschuss alles tun werden, um baldmöglichst eine Anhörung durchzuführen. Dann können wir mit Expertinnen und Experten auf breiter Ebene sprechen. Ich hoffe, dass die Anhörung ein ähnliches Niveau wie unser Parlamentskreis hat, den ich sehr schätze. Dann sind wir auf einem guten Weg, und dann ist es in Zukunft keine Schnecke, sondern eine Rennmaus.
Herzlichen Dank.