Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Vielleicht zu Ihrer Information: Frau Ministerin Stark-Watzinger befindet sich in Paris beim Treffen der OECD-Forschungsministerinnen und -minister, um dort die internationalen Kooperationen zu stärken.
Ich denke, Frau Gräßle, das ist auch in Ihrem Sinne. Insofern, glaube ich, ist das ein guter Grund, um in dieser Debatte nicht dabei zu sein und an anderer Stelle für die Bundesrepublik zu wirken.
Meine Damen und Herren, das Thema Wirtschaftswende ist die große Herausforderung unserer Zeit; wir haben heute die neue Wirtschaftsprognose gesehen. Auch die Internationalisierung des Hochschul- und Forschungsraums ist ein wichtiger Faktor für das Bestehen im globalen Wettbewerb. Die Vernetzung von Hochschulen, von Wissenschaftlerinnen und Wirtschaftlern und den Studierenden ist dafür ein ganz zentraler Punkt.
Wir haben, wenn man dem IAB folgt, circa 1,7 Millionen freie Stellen in Deutschland. Bis 2036 werden 13 Millionen Erwerbstätige in Rente gehen. Das ist im Verhältnis zu 2021 ein Minus von 30 Prozent. Hier besteht Handlungsbedarf. Wenn man sich mit den Unternehmen in Deutschland unterhält, dann hört man, dass neben Bürokratie der Fachkräftemangel das größte Leiden ist. Der Bologna-Prozess leistet einen wichtigen Beitrag, dem entgegenzuwirken.
Denn das Studium in Deutschland, sei es zum Bachelor, zum Master, sei es ein wissenschaftlicher Austausch, ist auch ein Weg in den Arbeitsmarkt in Deutschland. Deswegen, finde ich, ist es ein schönes Zeichen, dass Deutschland inzwischen das drittwichtigste Gastland ist,
und das, obwohl wir ja hier die sprachliche Hürde haben, die Australien zum Beispiel nicht hat. Trotzdem sind wir jetzt vor Australien, hinter den USA und Großbritannien. Das ist eine gute Entwicklung.
Ich will zuletzt noch auf eine Herausforderung hinweisen: Wir sehen beim Bachelor eine Abbruchquote von 41 Prozent bei den internationalen Studierenden. Das darf bei uns nicht nur zu einem Schulterzucken führen. Wir brauchen eine schnellere Vergabe von Visa, damit das Studium direkt aufgenommen werden kann, zu Beginn des Semesters, damit die Integration am Campus funktioniert. Deswegen begrüßen wir auch die Campus-Initiative des DAAD, die in diesem Jahr startet. Damit werden internationale Studierende in Deutschland besser integriert. Sie finden hier Anschluss, und das trägt zum Erfolg des Programms und des Bologna-Prozesses bei.
Ganz herzlichen Dank.