Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ja, in der Tat: Es ist ein sperriger Titel. Aber hinter diesem sperrigen Titel des Gesetzes, das wir heute beraten und dann auch beschließen, steckt tatsächlich viel Gutes. Und wie es sich für ein Parlament gehört, haben wir das, was aus dem Ministerium kam, noch deutlich besser gemacht.
Ich will jetzt überhaupt nicht über die Urheberschaft bei der Altersgrenze usw. sprechen. Ich glaube, da haben die Kammern, die IHKs, die Handwerksbetriebe und wir alle gemeinsam gut zusammengewirkt und für eine bessere Erkenntnis in diesem Gesetz gesorgt, das ja ein Ziel hat: zum einen die Fachkräftebasis für alle Betriebe zu verbreitern, sozusagen einen noch größeren Pool an Fachkräften und guten Leuten zu sichern, und zum anderen denen eine Chance zu geben, die vielleicht durch Irrungen und Wirrungen in ihrem jungen Leben, durch fehlende Orientierung, was sie wirklich machen wollen, erst später den beruflichen Schwerpunkt gefunden haben und es dann nicht geschafft haben, noch eine Ausbildung abzuschließen – ab einem gewissen Alter ist man dazu vielleicht auch nicht mehr so direkt in der Lage, weil es nicht mehr so passt –, die sich aber durch tägliches Arbeiten, durch tägliche Leistung und durch die tägliche Konfrontation mit den Dingen, in denen sie sich auskennen, eine unglaublich hohe Kompetenz erarbeitet haben. Solchen Menschen müssen wir doch natürlich die Chance geben, durch ein entsprechend komplexes, aber gutes, qualitätsvolles Verfahren so etwas wie einen Berufsabschluss zu bekommen, mit dem sie sich weiterbewerben können.
Daran ist überhaupt nichts Verwerfliches oder Schlimmes, so nach dem Motto: Wir machen es irgendjemandem zu leicht. Ganz ehrlich: Dafür haben wir jetzt mehrere Projektphasen in ValiKom durchlaufen – ein sehr gutes Projekt übrigens, will ich sagen –, um genau das zu verhindern, um die Einfallstore zu schließen und es nicht zu einfach zu machen, damit sich am Ende auch der Betrieb darauf verlassen kann, wenn er einen solchen Menschen einstellt, dass er jemand Gutes bekommt. Und für denjenigen, den es betrifft, ist es eine absolute Perspektive in seinem beruflichen Leben, sich auch bei später Orientierung noch weiterentwickeln zu können.
Drum ist das doch eine wirklich gute Sache.
Noch mal: Wir werfen niemandem einen Berufsabschluss hinterher, sondern wir machen das entsprechend qualitätsvoll. Dass natürlich der duale Ausbildungsweg der Königsweg, der Premiumweg ist – ich habe heute niemanden gehört, der das bestritten hätte –, darüber gibt es in diesem Haus absoluten Konsens, und so soll es auch sein.
Aber wir sind schon in der Verpflichtung, alle, die wollen – und die Betonung liegt auf „die wollen“ –, mitzunehmen. Diesen Weg eröffnen wir heute. Ich bin den Kollegen sehr dankbar, die auch das inklusive Element in diesem Gesetz angesprochen haben. Ich glaube, das ist etwas, lieber Lars Rohwer, wo wir lange Bauchschmerzen hatten, insbesondere was die Menschen mit Handicap in den Werkstätten angeht. Denn auch da sind richtig viele Gute dabei, die halt nicht in jedes Raster passen. Das ist oft so, und deswegen muss es ja inklusiv werden, damit sie reinpassen. Dass wir diese Tür heute auch für Menschen mit Handicap öffnen, freut mich persönlich ganz besonders. Das ist ein guter Weg. Deswegen stimmen wir zu.
Vielen herzlichen Dank.