Ich möchte Ihnen mit zwei konkreten Initiativen antworten. Die erste Initiative ist, dass wir die Umwandlung von Gewerbeimmobilien in Wohnraum vereinfachen. Auch das führt dazu, dass bald diese Leerstände in Wohnraum umgewandelt werden können.
Dann noch ein Zweites: Wir als FDP – ich glaube, die Bundesregierung insgesamt – sind zum Beispiel dazu bereit, zu sagen, dass die Grunderwerbsteuer für erstgenutztes Wohneigentum bis zu einem gewissen Betrag entfällt. Ich habe bisher nicht gehört, dass die Bundesländer, die unionsgeführt sind, dies im Bundesrat unterstützen würden.
Das wäre ein ganz konkreter Beitrag dazu, dass der Erwerb von Wohneigentum gerade für Familien einfacher wird.
Meine Damen und Herren, ich will noch einige Beispiele nennen – auch aus unionsgeführten Ländern –, die das Bauen zusätzlich teurer machen. Es gibt in einem Bundesland eine Spielplatzpflicht für Häuser mit drei Wohnungen. Das können übrigens alles Einraumwohnungen sein; da können sich dann die Senioren auf dem Spielplatz zum Spielen treffen. Klingt irgendwie lustig, macht aber das Bauen auch teurer. Es gibt eine bayerische Kommune, die vorschreibt, dass Hausnummern auf kobaltblauem, emailliertem Blech in weißer Farbe aufzubringen sind. Wer sich so was ausdenkt, macht das Bauen nicht einfacher, sondern aufwendiger und teurer.
Nicht zuletzt möchte ich mich noch einmal an die linke Seite des Hauses wenden, wobei ich sehe: BSW ist gar nicht vertreten; die interessiert das Thema Wohnen nicht so sehr. Mit Frau Lötzsch ist immerhin eine Vertreterin der Linken da. Sie sind oftmals für den Klassenkampf an der Mietfront. Da werden immer die großen Konzerne zitiert. Fakt ist: In unserem Land werden fast zwei Drittel der vermieteten Wohnungen von Kleinvermietern angeboten. Das sind Leute, die ein oder zwei Wohnungen haben, für die das oft die Altersvorsorge ist. Statt die immer mehr zu gängeln, statt ihnen immer mehr Lasten aufzuhalsen und mehr Vorschriften zu fordern, sollten wir, wie ich finde, dafür sorgen, dass es genau für diese Personengruppe mehr Anreize zum Bauen und Vermieten gibt.
Meine Damen und Herren, natürlich hat auch das Thema Bauen viele Dimensionen. Es hat eine wirtschaftliche Dimension mit Blick auf die Bauwirtschaft. Es hat eine soziale Dimension mit Blick auf bezahlbaren Wohnraum, auch auf Wohneigentum; denn ich glaube, dass mehr Wohneigentum der Schlüssel zu einer stabilen Gesellschaft ist. Deshalb müssen wir Bauen einfacher, preiswerter und schneller machen. Das ist unser gemeinsames Ziel in dieser Koalition.