Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Einmal vorab zu ganz rechts: Es ist erwiesen: Hass, Hetze, Spaltung und das Schüren von Angst gefährden die seelische Gesundheit.
Zum Haushalt. Gesundheit kann man nicht kaufen. Trotzdem kostet Gesundheit Geld. Auch das gilt besonders für die seelische Gesundheit.
Der Gesundheitsetat ist dabei ein wichtiger Baustein, aber nicht der einzige. Denn Investitionen in die seelische Gesundheit finden sich in diesem Haushalt an ganz vielen Stellen – Stichwort „Mental Health in all Policies“ –, zum Beispiel die Einsamkeitsstrategie im Familienministerium. Angebote zur Begegnung und zum Zusammenhalt stärken Resilienz, Selbstwertgefühl und unsere Demokratie.
Und auch das ist erwiesen: Demokratie fördert die Gesundheit.
Ein weiteres Beispiel: die Programme zum Hitzeschutz im Umweltministerium.
Hitzewellen aufgrund der Klimakrise haben einen direkten Einfluss auf die seelische Gesundheit. Depressionen nehmen zu. Bei ungewöhnlicher Hitze kommt es nicht nur zu mehr Aggressivität,
sondern auch zu mehr Suiziden. Das darf uns doch nicht kaltlassen.
Darum ist der Ausbau der erneuerbaren Energien eine Investition in die Gesundheit. Im ersten Halbjahr betrug der Anteil der Erneuerbaren erstmals fast 60 Prozent. Klimaschutz ist Gesundheitsschutz.
Im Einzelplan des Gesundheitsministeriums werden wichtige Stellschrauben gedreht. Das Suizidpräventionsgesetz muss jetzt kommen und finanziell hinterlegt werden.
Bereits im letzten Jahr haben wir in den parlamentarischen Haushaltsberatungen mehr Geld für die Suizidprävention bereitgestellt. Trotz der angespannten Haushaltslage ist es gelungen, für das Projekt MANO eine Anschubfinanzierung zu hinterlegen. MANO – das wissen viele von Ihnen – ist die große Schwester der U25-Suizidprävention und ermöglicht Erwachsenen bei Suizidgedanken eine niedrigschwellige und auf Wunsch anonyme Onlineberatung. Dass das Geld hier bisher nicht abgeflossen ist, weil die Anschlussfinanzierung unsicher ist, darf uns nicht zufriedenstellen.
Diese Angebote gehören abgesichert.
Psychische Erkrankungen und Belastungen bei Kindern und Jugendlichen nehmen besonders stark zu. Die Lancet-Kommission spricht von einer globalen „youth mental health crisis“. Früherkennung und Prävention sind für das ganze weitere Leben bedeutsam. Investitionen in „Mental Health First Aid“ lohnen sich für die Betroffenen und für uns als Gesellschaft.
Wenn wir an der seelischen Gesundheit sparen, wird es am Ende um ein Vielfaches teurer.
Psychische Erkrankungen kosten uns in Deutschland nach einer Schätzung der OECD jetzt schon jedes Jahr insgesamt 147 Milliarden Euro.