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185. Sitzung
Donnerstag, 12. September 202420. Wahlperiode, 185. Sitzung
16 VermerkeReaktionswert: sehr hoch566 Wörter Zwischenfrage Im Protokoll lesen

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wissen Sie, ich habe mich gefragt, womit man diesen BMBF-Haushalt, den wir heute hier besprechen, vergleichen könnte. Und ich habe sofort das Bild von einem leeren Teller im Kopf gehabt. Der Teller ist die Grundlage fürs Essen; da sind wir uns einig. Aber von einem leeren Teller allein wird man halt nicht satt.

Das habe ich jetzt nicht verstanden!

Zurufvon der FDP: Da liegt eine Menge drauf!

Sie reden sich hier einen Haushalt schön. Wir haben jetzt von Verschiedenen gehört, wie toll das alles ist, wie viel mehr usw. Ich finde es ein bisschen schade, dass der Ausschussvorsitzende, Kai Gehring, heute nicht sprechen darf. Er hat in einem Interview ganz offen gesagt, was er wirklich von diesem Haushalt hält, nämlich dass es sein Anspruch ist, den BMBF-Etat nachzubessern, denn gerade „bei Bildung, Forschung und Innovation würde sich der Rotstift rächen.“

Beifallbei der CDU/CSU

Durchaus interessante Einblicke!

Ich ziehe mein Fazit gleich vorweg – und ich würde mich an der Stelle dem Ausschussvorsitzenden anschließen –: Der Haushalt, der hier heute vorgelegt ist, ist ungenügend, und er setzt vor allen Dingen die falschen Prioritäten.

Wollen Sie Ihre Redezeit mit Zwischenfragen verlängern, oder was? Das schenke ich Ihnen nicht!

Sie jonglieren hier mit den Ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln, Sie wollen dabei allen Beteiligten gefallen, aber am Ende fällt Ihnen doch jeder einzelne Ball runter, angefangen beim Digitalpakt 2.0. Es ist heute schon viel darüber gesprochen worden. Am Ende des Tages ist es ein völlig unwürdiges Schauspiel,

Was möchte eigentlich die Union?

Zurufdes Abg. Friedhelm Boginski [FDP]

was das BMBF da mit den Ländern und vor allem mit den Leidtragenden, den Kommunen, veranstaltet. Sie haben es versäumt, den Digitalpakt 2.0 so zu verhandeln, dass es einen echten Übergang aus dem ersten Digitalpakt gibt.

Warum spricht eigentlich nicht Herr Merz?

Heiterkeitund Beifall bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der Abg. Gyde Jensen [FDP]

– Er hat das Nötige dazu bereits am gestrigen Tag gesagt.

Beifallbei der CDU/CSU

Sie haben es versäumt, den Digitalpakt 2.0 so zu verhandeln, dass es einen Übergang aus dem ersten Digitalpakt gibt. Deswegen besteht heute, im September – der Digitalpakt ist übrigens im Mai dieses Jahres ausgelaufen –, immer noch keine Klarheit,

Zurufevon der FDP

wie die finanziellen Rahmenbedingungen für den Digitalpakt 2.0 ausschauen sollen. Die Einigung ist in weiter Ferne und die digitale Zukunft unserer Schulen ungewiss; und das ist ein Armutszeugnis.

Beifallbei der CDU/CSU

Aber damit nicht genug: Sie schaffen es ja nicht einmal, die Themen, die Sie sich als Koalition gemeinsam auf das Tableau gesetzt haben, verlässlich mit ausreichenden Mitteln auszustatten. Es gibt da viele Beispiele. Bestes Beispiel ist die Wissenschaftskommunikation. Sie haben einen Antrag eingebracht, in dem steht, wie wichtig die Wissenschaftskommunikation ist.

Ja, wir stellen wenigstens Anträge! Sie nicht!

Zurufdes Abg. Dr. Jens Brandenburg [Rhein-Neckar] [FDP]

Wir teilen, dass die Wissenschaftskommunikation wichtig ist. Trotzdem kürzen Sie in dem Bereich.

Ich habe noch ein Beispiel: BAföG.

Aber keinen eigenen Antrag!

Für 2024 haben Sie noch 1,52 Milliarden Euro für das BAföG eingestellt. Dann kam – wenn man die Reden in den Debatten verfolgt hat und ihnen Glauben schenken kann – die große, die umfangreiche strukturelle BAföG-Reform. Demnach sollen künftig deutlich mehr Studierende höhere Mittel bekommen.

Ja, das werden sie auch!

Das haben Sie den Menschen vor drei Monaten versprochen. Sie haben es gerade noch mal bekräftigt.

Zurufder Abg. Laura Kraft [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]

Folgerichtig haben wir jetzt natürlich erwartet, dass die Mittel für das BAföG in 2025 steigen müssen. Das wäre ja logisch. Alles andere würde ja bedeuten, dass Sie dem Versprechen Ihrer eigenen Reform nicht glauben bzw. dass Sie sich an Ihre eigenen Versprechen nicht halten.

Das ist doch Quatsch! Das ist doch gesetzlicher Anspruch!

Dann schauen wir halt nach, was im Haushalt für das BAföG drinsteht.

Du hast keine Ahnung vom Haushaltsrecht! Das ist das Problem!

Ich erinnere: Für 2024, dieses Jahr, sind 1,52 Milliarden Euro eingestellt. Und für 2025? Für das kommende Jahr haben Sie Mittel in Höhe von 1,39 Milliarden Euro eingeplant, also 130 Millionen Euro weniger.

Zurufder Abg. Laura Kraft [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]

Ich würde sagen, das spricht an dieser Stelle für sich.

Beifallbei der CDU/CSU
Abg. Ria Schröder [FDP] meldet sich zu einer Zwischenfrage

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