Aus Zeitgründen: Nein, danke.
Es gibt eine einzige wirksame Methode, das noch auszubremsen – Schrägstrich –, einzudämmen bzw. vielleicht zu stoppen. Diese Methode heißt, die Emissionen zu reduzieren, und zwar auf null zu reduzieren und am Ende weiteres CO2 aus der Atmosphäre zu entnehmen.
Es lohnt sich, hier einen Moment genauer hinzuschauen; denn das sind im Prinzip zwei verschiedene Wege, die wir hier tatsächlich differenzieren müssen. Die eine Möglichkeit ist – aus meiner Sicht ist sie viel wichtiger als das, was wir heute diskutieren –, die CO2-Entstehung zu vermeiden.
Wenn wir über Emissionsvermeidung reden, dann reden wir darüber, die CO2-Entstehung zu vermeiden. Dann brauchen wir auch nicht mehr darüber zu reden, wo wir es einlagern.
Der andere Punkt – das hat der Bundeswirtschaftsminister ausgeführt –: Es gibt Bereiche, wo uns das nicht gelingen wird. Und hier ist tatsächlich Abscheidung und Einspeicherung ein Weg. Aber ich betone: Es ist nicht der einzige. Das führen Sie in den Unterlagen ja auch aus. Die Verwendung des Rohstoffs Kohlenstoff – Dr. Gebhart hat es gesagt; das war der andere Teil, der mich dann sozusagen wieder eingesammelt hat – muss im Rahmen einer Kreislaufwirtschaft gesichert sein, und zwar als Rohstoff für unsere Industrie, für viele, viele Anwendungen. Deswegen ist es wichtig, noch mal diese Unterscheidung zu machen. Es geht um die Vermeidung der Entstehung von CO2. Da reden wir – nach allgemeiner Annahme – über 90 bis 95 Prozent der derzeitigen Emissionen, die auf diesem Wege eingespart werden könnten, meine Damen und Herren.
Reden wir ganz kurz über die unvermeidbaren Restemissionen. Das kann ich relativ kurz machen. Zement – das ist ein chemischer Prozess, ein Umwandlungsprozess, der das CO2 freisetzt; das ist klar. Bei der Abfallverbrennung würde ich ein kleines Fragezeichen setzen.
Denn das – wir haben ja gerade über die Kreislaufwirtschaft gesprochen –, was heute Abfall ist, eine Abfalleigenschaft hat, wird zukünftig Rohstoff sein. Selbst wenn wir da einsteigen sollten – sage ich mal vorsichtig –, würde ich ein Fragezeichen machen; denn im Prinzip ist es technologisch bereits heute vermeidbar.
Noch ein Wort zur Kohleverstromung. Der Ausstieg ist da. Auch hier wundere ich mich über die Signale aus der Union, auch darüber durchaus mal nachzudenken. Herr Grundmann, wir haben das ja schon öfter diskutiert. Aber ich sehe das überhaupt nicht. Das wäre tatsächlich eine manifeste Fehlentwicklung, ein manifester Lock-in-Effekt, der nur versuchen würde, diese Entwicklung fortzuschreiben. Das kann aus unserer Sicht überhaupt nicht sein.
Zu den Gaskraftwerken. Man sollte mal darüber nachdenken, ob CCS in Verbindung mit Gaskraftwerken nicht sogar geeignet wäre, Herr Bundeswirtschaftsminister, den Wasserstoffhochlauf zumindest auszubremsen; denn die sollen ja so schnell wie möglich auf Wasserstoff umgestellt werden.
Also: Was macht das an der Stelle für einen Sinn? Wir lehnen das jedenfalls ab.
Das heißt, in diesen Bereichen kann es keine Förderung geben. Wir raten allen dringend ab, darin zu investieren; denn dieses CCS, diese Einlagerung, ist kein Allheilmittel. Es gibt zahlreiche Risiken. Ich will sie nicht überbewerten. Aber zumindest muss man auch mal darüber sprechen, dass es keine Wundertechnologie ist. Wir reden über hohe Energiebedarfe. Wir reden darüber, dass die Abscheidung immer unvollständig ist. Es bleiben auch dabei Restemissionen, die in die Atmosphäre gelangen. Wir reden bei der Speicherung im Meer über mögliche Leckagen. Wir reden über die Ökosysteme. An Land reden wir über – man höre und staune – Trinkwasserschutz. Es geht auch um unsere Trinkwasserkörper. Und wie die belastet sind, das, glaube ich, haben inzwischen alle mitbekommen.
Das heißt im Ergebnis, bei den Bedarfen, die unsere Wirtschaft an Kohlenstoff haben wird – allein die chemische Industrie 20 Millionen Tonnen Kohlenstoff pro Jahr –, gibt es mittel- bis langfristig keine Alternative zur Kreislaufwirtschaft. Die muss das Ziel sein, meine Damen und Herren. Deswegen bin ich erst mal zufrieden, dass da zumindest im Transportbereich zum Zwecke der Verwendung eine Bresche geschlagen worden ist. Ich sage an der Stelle aber auch: Wir müssen aufpassen, dass es keine Fehlentwicklung, keine Fehlanreize gibt. Wir müssen den Pfad halten, sonst werden wir den Klimaschutz nicht schaffen.
Vielen Dank.