Danke schön. – Meine Damen und Herren, wir diskutieren hier, ob der Kanzler nach Japan fährt oder nicht. Von der Union kommen jetzt permanent solche Diskussionen. Ich glaube, uns ist gar nicht klar, was wir hier gerade beschließen. Und Sie diskutieren eine Reise eines Kanzlers!
Der Kanzler hat vor Kurzem einen wichtigen Satz gesagt. Er hat gesagt – das war in dem bereits zitierten „Spiegel“-Interview –: Wir müssen beachten, dass wir möglicherweise auf eine weitere militärische Eskalation, auf einen Atomkrieg zugehen könnten. – Deswegen hat er bisher schwere Waffen ausgeschlossen.
Und jetzt frage ich Sie alle, insbesondere Herrn Merz. – Also, ich muss sagen, Herr Merz: Ich bin ja froh, dass die Kanzlerin dazu beigetragen hat, dass Sie uns einige Jahre erspart geblieben sind.
Aber ich möchte Sie auch mal fragen: Sind wir denn nun mit dem, was wir hier tun, mit diesem Beschluss, den wir heute hier fassen, einer atomaren Auseinandersetzung in dieser Welt näher, oder sind wir weiter weg?
Und ich sage Ihnen: Wir sind mit jedem Schritt, den wir hier weiter in Richtung Eskalation gehen, dem Atomkrieg und der weiteren Auseinandersetzung näher als vorher. Näher sind wir als vorher!
Und deshalb wundert mich, mit welchen Fragen Sie sich hier beschäftigen. Mit Reisen des Kanzlers! Mein Gott, über was reden wir denn hier eigentlich? Wir reden hier über die Frage, ob wir hier in einem halben oder einem Jahr noch durch ein Berlin gehen können, das nicht zerstört ist; denn wenn wir in einem Atomkrieg sind, sind wir auch betroffen, meine Damen und Herren.
Und ich würde mich freuen, wenn wir hier wenigstens ein wenig darüber reden könnten, welche Vorschläge wir haben, den Krieg zu beenden, außer zusätzlicher Militarisierung, Herr Merz. Dazu hätte ich gerne von Ihnen eine Antwort. Das ist unglaublich, was wir hier machen.