Verehrte Frau Präsidentin! Meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Wenn zu so später Stunde ein Gesetzentwurf diskutiert wird, über den es weitgehend Einigkeit gibt, dann ist es das Gebot der Stunde, nicht in aller fachlichen Tiefe zu diskutieren.
Aber ich möchte trotzdem einen kleinen Teil meiner Redezeit dafür verwenden, mich gerade an diejenigen zu wenden, die es eigentlich viel lieber hätten, dass solche Gesetze in diesem Hohen Haus überhaupt nicht zur Abstimmung kommen würden, und die manchmal mit einer naserümpfenden Überheblichkeit vielleicht auch auf die Menschen herabblicken, die sich dazu bekennen, Bier zu trinken, Fleisch zu essen oder auch manchmal zur Zigarette zu greifen, meine sehr verehrten Damen und Herren.
Es gibt in dieser Gesellschaft keine bessere Institution als jeden Einzelnen, um darüber zu befinden, was ihn oder sie glücklich macht, was ihm Freude bereitet oder vielleicht sein Lebensglück verbessert. Deswegen ist es unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass jeder nach seiner eigenen Fasson in diesem Lande sein Glück finden kann, verehrte Kolleginnen und Kollegen.
Ich verrate kein Geheimnis, wenn ich Ihnen sage, dass für Millionen Menschen in diesem Land Bier zu konsumieren mehr heißt, als allein Durst zu löschen.
Es ist ein gesellschaftliches Event. Auch während der Fußballweltmeisterschaft in diesem Jahr wird Bier konsumiert werden. Und ich sage Ihnen ganz ausdrücklich: Es ist nicht Aufgabe des Staates, Menschen dafür zu sanktionieren, wie sie ihre Freizeit gestalten und was für sie Genuss ist, sondern es ist unsere Aufgabe, einen Beitrag dazu zu leisten, dass jeder sein Leben so gestalten kann, wie er das möchte. Und wenn Biertrinken dazugehört, dann sollten wir ihm den Weg dazu ebnen, anstatt ihn dafür zu sanktionieren, verehrte Kolleginnen und Kollegen.
Zwar ist es richtig, dass es auch nicht ohne Risiko ist, Bier zu konsumieren – man kann dadurch übergewichtig werden, und man kann sich gefährden, wenn man zu viel davon trinkt, wenn man es nicht verantwortungsbewusst macht –, aber es gibt nichts in dieser Gesellschaft, das gänzlich ohne Risiko wäre. Es ist auch mit einem Risiko behaftet, wenn man sich vielleicht mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zum Arbeitsplatz bewegt, wenn man an einem Yogakurs teilnimmt oder zum Biosupermarkt fährt. Aber, meine Damen und Herren, wenn jemand für sich ganz bewusst die Entscheidung trifft, statistisch vielleicht auf einige Monate oder wenige Jahre seiner Lebenserwartung zu verzichten, aber dafür mehr Glück und Lebensfreude zu empfinden, dann ist es nicht unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass er davon ablässt.
Meine Damen und Herren, wir leisten heute einen kleinen, aber doch relevanten Beitrag dazu, dass Menschen auch in Zukunft hochqualitatives Bier, das nach höchsten Standards in Deutschland gebraut wurde, konsumieren können. Deswegen danke ich Ihnen herzlich für die Zustimmung.
Danke.
Nun möchte auch Herr Stephan Protschka von der AfD dazu sprechen.