Zum Inhalt springen
92. Sitzung
Freitag, 17. März 202320. Wahlperiode, 92. Sitzungzum Internationalen Frauentag
6 VermerkeReaktionswert: lebhaft448 Wörter Im Protokoll lesen

Herr Präsident! Werte Kollegen! Was hören junge Mädchen und Frauen heutzutage in Deutschland, wenn es um sie als Frau geht? Sie werden diskriminiert, sie werden nicht richtig anerkannt, sie sind nicht gleichberechtigt, sie verdienen nicht so viel wie Männer, sie müssen extra gefördert werden, sie brauchen eine Quote, ein Gendersternchen, sie sind Opfer. Was müssten junge Mädchen stattdessen hören? Du kannst, du bist stark, du hast dir das verdient, du hast die gleichen Chancen, trau dich, wenn du es willst, weil du es kannst.

Was den jungen Mädchen nicht nur in Deutschland, sondern generell in der westlichen Welt häufig fehlt, ist nicht die Chance, sondern das Selbstbewusstsein. Das zeigen auch viele Studien. Frauen machen einen richtig guten Job und hoffen darauf, dass der Chef irgendwann mal merkt: Die ist gut, die befördere ich. – Sie fragen nicht aktiv danach. Frauen sind in Gehaltsverhandlungen sehr viel zurückhaltender als Männer. Sie ergreifen in Meetings weniger das Wort. Frauen bewerben sich nicht auf Stellenausschreibungen, wenn sie nicht zu 100 Prozent auf sie passen.

Männer machen das Gegenteil. Auch wenn sie kaum Kriterien erfüllen, bewerben sie sich auf die Stelle, weil sie meistens glauben, sie sind sowieso die Größten.

Zurufder Abg. Beatrix von Storch [AfD]

Die meisten gehen mit ziemlich viel Selbstvertrauen in Gehaltsverhandlungen. Das Wort zu ergreifen, ist für sie kein Problem; deswegen sitzen hier im Bundestag auch mehr Männer als Frauen.

Aber wir Frauen ändern das nicht, indem wir auf die Männer einschlagen, indem wir sie als „alte weiße Männer“ beschimpfen,

Zurufvon der SPD: Wer macht denn so etwas?

sie von Schäferhunden zu Dackeln machen

Heiterkeitbei Abgeordneten der AfD

und sie feministischer werden lassen als so manche Frau. Wir ändern das auch nicht mit Gendersternchen und nicht mit gestottertem „-innen“ in jeder Rede und auch nicht mit Meldestellen für Antifeminismus. Wir ändern das, indem wir jungen Mädchen das Selbstbewusstsein geben, das sie brauchen, indem wir ihnen klarmachen, dass sie keine Opfer sind, sondern ihnen die Welt offensteht, wenn sie es wollen,

Ach so! Dann sind sie selber schuld! Das ist eine Privatangelegenheit von Mädchen, oder was? Was ist das denn für ein Mädchenbild?

dass man dann erfolgreich wird, wenn man aus der Komfortzone rausgeht und für sich einsteht. Wir ändern das, indem wir Mädchen stärken. Und starke Frauen brauchen dann auch keine Quote; denn starke Frauen kommen von ganz alleine an die Spitze.

Vielen Dank.

Beifalldes Abg. Dr. Bernd Baumann [AfD]
Zurufder Abg. Saskia Esken [SPD]

Vielen Dank, Frau Kollegin. – Nächste Rednerin ist die Kollegin Leni Breymaier, SPD-Fraktion.

Beifallbei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP

Ähnliche Reden