Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister Rainer! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Während wir hier den Bundeshaushalt 2025 beraten, kämpfen Feuerwehrleute in ganz Deutschland gegen Waldbrände; wir haben es gehört. In Thüringen ist der große Brand glücklicherweise unter Kontrolle. In Sachsen dauern die Löscharbeiten an. Auch in meinem Wahlkreis, im Wald der Gemeinde Weisenheim am Berg, eine Gemeinde mit 1 800 Einwohnerinnen und Einwohnern und 600 Hektar Wald, brannte es vergangene Woche. 120 Feuerwehrkräfte waren im Einsatz. 100 000 Liter Wasser wurden gebraucht, um das Feuer zu löschen. Allen Einsatzkräften und Helfenden im Katastrophen- und Bevölkerungsschutz, häufig Ehrenamtliche, gilt deshalb auch von meiner Seite ein ausdrücklicher Dank.
Ihr Einsatz rettet Menschen, Tiere und die Natur.
Den Katastrophen- und Bevölkerungsschutz haben wir im Blick. Es gilt, gemeinsam die Strukturen weiter zu stärken und auf zukünftige Extremwetterlagen vorbereitet zu sein. Wir erleben die Klimakrise hautnah: Hitze, Dürre, ausgetrocknete Böden, sterbende Wälder. Was wir brauchen, ist vorausschauender, natürlicher Klimaschutz; denn intakte Ökosysteme wie Wälder, Moore und Auen sind unsere Verbündeten: Sie speichern CO2, halten Wasser in der Landschaft, kühlen ihre Umgebung und bieten Lebensraum für viele Arten.
Wer heute in natürlichen Klimaschutz investiert, schützt das Klima, stärkt die Biodiversität und sichert eine lebenswerte Zukunft für kommende Generationen. Es geht also um ambitionierten Klimaschutz, Klimaanpassung und den Umgang mit den Klimawandelfolgen, um die Menschen zu schützen. Das hat jüngst die furchtbare Katastrophe in den USA noch einmal sehr deutlich gezeigt, was das bedeutet.
Der Klimawandel wirkt sich besonders auf unsere Wälder aus. So sind unsere natürlichen Klimaschützer zunehmend unter Druck; denn durch die klimabedingten Waldschäden seit 2018 speichern unsere Wälder immer weniger CO2. Das ist ein alarmierendes Signal; es zeigt, wie dringend wir unsere Wälder an den Klimawandel anpassen müssen. Die Wiederbewaldung der Schadflächen und der Umbau hin zu artenreichen, klimaresilienten Mischwäldern sind eine Generationenaufgabe. Wir sind auf einem guten Weg; aber wir müssen schneller werden.
Dafür braucht es eine verlässliche Finanzierung, und dafür legen wir die Grundlage im Haushalt 2025. Ein zentrales Instrument ist das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz – ein sehr passender Titel. Es setzt auf den Schutz, die Wiederherstellung und Stärkung unserer natürlichen Lebensräume. Hier wird Klimaschutz gemeinsam mit Klimaanpassung gedacht; denn das eine funktioniert nicht ohne das andere. Und: Es wirkt.
Ich komme aus Rheinland-Pfalz – einem Wahlkreis mit viel Wald im Herzen der Pfalz –, und ich sehe mit großer Freude, wie engagiert sich viele kommunale und private Waldbesitzende einbringen. Ein herausragendes Beispiel ist das Förderprogramm „Klimaangepasstes Waldmanagement“, das inzwischen aus dem Aktionsprogramm finanziert wird. Damit unterstützen wir private und kommunale Waldbesitzende bei der Erbringung von Ökosystemleistungen. Die Resonanz ist enorm: Über 10 000 Anträge wurden bislang gestellt, rund 9 000 davon sind bereits bewilligt, 1,5 Millionen Hektar Wald sind einbezogen; das entspricht über 21 Prozent des privaten und kommunalen Waldes in Deutschland.
Dieses Programm zeigt eindrucksvoll: Wenn die Anreize stimmen, ziehen viele mit.
Die Waldbesitzenden übernehmen Verantwortung und leisten einen aktiven Beitrag zum Klima- und Naturschutz; denn nur artenreiche, strukturierte Wälder können dauerhaft ihre Schutzfunktion für Klima, Wasser und Artenvielfalt erfüllen.
Natürlicher Klimaschutz ist keine Nebensache; er ist zentrale Grundlage für unsere lebenswerte Zukunft.
Vielen Dank.
Vielen Dank. – Karl Bär spricht als Nächstes für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.