Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Bürgerinnen und Bürger! Sehr geehrte Frau Staatsministerin Schenderlein! Ein gut funktionierendes Ehrenamt und der Sport sind wichtige Wegbereiter für eine soziale, gerechte Gesellschaft. Wir haben viel über Menschen ohne Herz gesprochen. Im Ehrenamt steckt ganz viel Herz drin. Da helfen sich die Menschen. Da packt man zusammen an.
Ihre Arbeit wird aus meiner Sicht dann erfolgreich, wenn wir gemeinsam ins Detail gehen. Ich möchte zwei Themen, die drängen, ansprechen. Ehrenamtliche der Wasserwacht und der DLRG erzählen mir immer wieder, wie Einsätze tragisch enden und Menschen in Badeseen ertrinken, weil sie nicht schwimmen können. Das zeigen auch die Zahlen. 20 Prozent der Grundschulkinder können – Stand 2022 – nicht schwimmen, Tendenz steigend. Dazu kommt: Die Hälfte dieser Kinder kommt aus Haushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen von unter 2 500 Euro. Das zeigt: Ob ein Kind schwimmen lernt, hängt oftmals davon ab, ob die Eltern die nötige Zeit und den entsprechenden Geldbeutel haben, um das zu ermöglichen. Gerade im ländlichen Raum werden die Fahrtwege immer länger und verstärken diese Ungerechtigkeit.
Mit dem Sondervermögen sind jetzt die Gelder da, um den Investitionsstau zu lösen,
um Perspektiven für Bäder auf dem Land zu schaffen, damit die Menschen dorthin gehen können, um schwimmen zu lernen. Ich würde mich freuen, wenn wir es zusammen schaffen, in dieser Periode die Trendumkehr hinzubekommen und mehr Menschen zum Schwimmen zu bringen.
Wir ermöglichen Kindern einen aktiven Lebensstil, sicheres Baden im Sommer am See, eine schöne Zeit und schaffen den Anreiz, bei der Wasserwacht oder bei der DLRG selbst aktiv zu werden.
Das bringt mich zum zweiten Beispiel. Millionen Menschen sind ehrenamtlich bei den Hilfsorganisationen in diesem Land aktiv. Die Wasserwacht und die DLRG sind zwei Beispiele. Wenn diese Ehrenamtlichen zusammen mit der Feuerwehr und dem THW in den Einsatz gehen, dann gelten oft unterschiedliche Regelungen bei Versicherungen, bei der Absicherung, bei Freistellungen. Das darf so nicht sein. Wenn der Pieper geht, muss gelten: Gleicher Einsatz, gleiche Regeln für alle.
Wir haben in den letzten Jahren hart daran gearbeitet, diese Ungerechtigkeit zu beenden. Wir als Bund sollten die Zivilschutzzuständigkeit nutzen, um das zu lösen, und stärker mit den Ländern in den Dialog gehen. Ich habe mir oft erklären lassen müssen, wieso das alles nicht geht. Das will ich nicht hören. Ich bin nicht hier, um mir erklären zu lassen, wieso etwas nicht geht. Ich möchte, dass wir gemeinsam die Gutachten nutzen und die Ansätze verfolgen, die deutlich machen, wie es geht, um dieses Problem in den nächsten Jahren zu lösen.
Das sind wir den Helferinnen und Helfern im Einsatz schuldig. Mit vergleichsweise wenig Geld senden wir ein motivierendes Signal, weiter aktiv zu sein; denn es ist eine Wertschätzung für alle Helferinnen und Helfer.
Vielen Dank.
Für die CDU/CSU-Fraktion spricht nun die Abgeordnete Kerstin Radomski.