Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Staatsministerin Schenderlein! Kolleginnen und Kollegen! Sport und Ehrenamt im Kanzleramt – und wir hören dazu in dieser Debatte so gut wie nichts aus der Koalition. Es ist die Generaldebatte. Es geht hier um den Sport. Es geht hier um Menschen, die mit Leidenschaft ihren Job machen. Es geht um die Bedingungen, unter denen unsere Athletinnen und Athleten trainieren, unsere Kinder schwimmen lernen, in Bewegung kommen und unsere Vereine die Türen offenhalten. Es geht um politische Glaubwürdigkeit. Und da frage ich mich jetzt einmal ein bisschen: Ist der Sport vielleicht doch nicht Chef- oder Chefinnensache?
Ab sofort sind Sport und Ehrenamt im Kanzleramt verortet. Ganz ehrlich: Es war ein groß angekündigter Wechsel mit vielen Versprechen, aber die Realität sieht momentan ein bisschen anders aus. Klarheit finden wir jetzt weniger, eher ein bisschen Kompetenzwirrwarr – aktuell ist da ein Wimmelbild irgendwie geordneter –, aber das dient unserem Sport nicht, ist weder effizient noch transparent. Und das Ehrenamt und der Sport kommen so nicht weiter in unserem Land.
Wo wird es konkret, wenn es um die Förderung der Sportwissenschaft geht? Wo bleiben der weitere Aufbau und Ausbau des Parasports, die Barrierefreiheit für Teilhabe im Sport, die gezielte Unterstützung von Frauen und Mädchen im Sport, die großen Themen wie Förderprogramme, um gezielt Sportangebote im ländlichen Raum voranzubringen, in öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten eine bessere Sichtbarkeit von Frauen im Sport, die gezielte Förderung von Frauen in den Verbänden, echte Leadership-Programme? Nichts. Sportstätten fitmachen, Vereine gezielt mit Sanierungsprogrammen unterstützen, die Energiekosten auch in der Zukunft sparen? Nichts.
Besonders besorgniserregend – und darüber müssen wir uns mehr als einmal unterhalten – sind die geplanten Kürzungen bei den Olympiastützpunkten, den Trainerinnen und Trainern, bei der Leistungssportförderung. Das ist das Fundament des Spitzensports, und genau da wird der Rotstift angesetzt. Das geht nicht.
Wie sollen sich Athletinnen und Athleten auf Spiele vorbereiten? Die Winterspiele stehen in den Startlöchern. Deutschland will sich für Olympische und Paralympische Spiele bewerben. Dafür fehlt uns aber die Basis, wenn wir jetzt nicht fördern. Klar ist auch: Wie wollen wir junge Menschen vom Trainer/-innenamt begeistern, wenn sie keine Perspektive haben, wenn sie darin keine Zukunft sehen?
Für uns ist eines wichtig: Wir brauchen keinen Stillstand. Wir müssen weiter vorangehen. Wir haben eine Verantwortung für den Breiten- und Spitzensport, und die wollen wir gemeinsam übernehmen. Wir wollen Sportplätze und Schwimmbäder in dieser Nation, die nutzbar sind, die uns und den Sport weiterbringen.
Deswegen: Wir arbeiten zusammen. Wir stehen bereit. Und noch kurz: Grüße an unsere Frauennationalmannschaft. Gegen Schweden holt ihr euch jetzt den Gruppensieg!
Danke.
Vielen Dank. – Für die SPD-Fraktion spricht nun der Abgeordnete Armand Zorn.