Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Staatsministerin Schenderlein! Kolleginnen und Kollegen! Wenn es im Haushalt um den Bereich Sport und Ehrenamt geht, geht es um die Menschen in unserem Land und um ihr Engagement, ihren Einsatz für unsere Gesellschaft, für unsere Demokratie, für unseren Zusammenhalt und um die Botschaft, die unser Land in die Welt sendet.
Es kommt mir manchmal zu knapp vor, wenn einem in der Debatte immer der bekannte Satz „Wer hat das nicht gemacht?“ um die Ohren fliegt. Es geht darum, dass sich die Menschen in unserem Land bewegen und begegnen können, dass sie zusammenhalten, ihre herausragenden Leistungen präsentieren und ihren Job, den sie mit Leidenschaft machen, ausüben können, und das ohne Ausgrenzung,
ohne Antisemitismus, ohne Rassismus.
Es geht um einen barrierefreien Zugang und um volle Unterstützung all derer, die ihren Job machen und das Land dadurch am Laufen halten. Darum geht es.
Wir stehen kurz vor den Olympischen und Paralympischen Winterspielen in Cortina und Mailand. Hier geht es darum, dass Athletinnen und Athleten dort am Start sind, die sich keine Gedanken machen müssen, wie sie finanziell über die Runden kommen,
die sich auf die Wettkämpfe konzentrieren und alles geben können. Das ist unsere Aufgabe. Ohne Leistungssportpersonal kann kein starkes Team an den Start gehen, das Erfolge erzielen kann.
Auch wir machen uns auf den Weg, als Gastgeberland die Welt zu Olympischen und Paralympischen Spielen wieder bei uns zu begrüßen. Dafür muss die Vorbereitung jetzt starten, und zwar gezielt und nicht morgen. Deswegen fragen wir uns, warum der benötigte Aufwuchs beim Leistungssportpersonal bei der Förderung unserer Athletinnen und Athleten leider wieder fehlt.
Kein Platz für Rassismus, Rechtsextremismus, Antisemitismus, Queerfeindlichkeit auf unseren Sportplätzen, in unseren Hallen, Schwimmbädern und Stadien!
Darüber sind wir uns alle doch mehr als einig. Warum werden aber dann die Mittel im Programm gegen Extremismus und Antisemitismus, das nicht nur hervorragende Arbeit leistet, sondern extrem wichtig ist für unsere Demokratie, nicht erhöht?
Es ist seit Jahren überzeichnet – aber Stillstand.
Wir Grüne haben uns dafür eingesetzt, dass diese Regierung einen finanziellen Spielraum hat wie noch nie und unser Land und unsere Menschen stärken kann. Aber da läuft gewaltig was schief. Es gibt sehr viel Geld, das auch benötigt wird, zum Beispiel aus dem Bauministerium, für den Sport. Die 1 Milliarde Euro finden wir nicht; aber es ist ein wichtiger Schritt zur Sanierung unserer Sportstätten und unserer Schwimmhallen, den wir begrüßen.
Wenn wir es jetzt noch schaffen, die Förderprogramme so abzuändern, dass mehr Sportvereine die Möglichkeit erhalten, auch kleinere Fördersummen beantragen zu können, um ihre Sportstätten zu sanieren und zukunftsfit zu machen, dann wirken sie wirklich. Damit gehen wir den nächsten wichtigen Schritt für unser Land, für den Breitensport, für den Rehasport, für den Gesundheitssport und unterstützen damit die Ehrenamtlichen direkt. Wer in den Sportvereinen, Fanprojekten und Freiwilligendiensten unterwegs ist, sieht jeden Tag, wie viel demokratische Kraft und wie viel sozialer Halt und Engagement hier drinstecken. Aber es braucht Rahmenbedingungen; sonst geht diese Kraft sehr schnell verloren.
Durch den Umzug ins Kanzleramt wurden der Sport und das Ehrenamt aufgewertet. Aber hier muss mehr passieren: nicht nur verschieben, sondern gezielt stärken und klare Strukturen. Unsere Anträge helfen Ihnen beim nächsten Mal dabei. Stimmen Sie zu!
Beim Sportfördergesetz wollen wir mehr Parität für einen starken Sport. Der Teamsport muss in den Fokus gerückt werden. Wir stehen bereit, Ihnen dabei zu helfen.
Ein sportlicher Gruß aus dem Parlament geht an unsere Frauen-Handballnationalmannschaft, die heute in die WM startet. Wir drücken euch die Daumen.
Sie müssen zum Ende kommen, Frau Kollegin.
Wir sind bei euch.
Herzlichen Dank. – Die nächste Rednerin ist die Staatsministerin beim Bundeskanzler, Dr. Christiane Schenderlein.