Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Lage ist, wie sie ist. Die Lage ist ernst. Die Wahl des Bundeskanzlers ist die wichtigste politische Wahl, die dem Deutschen Bundestag obliegt. Und deshalb geht es heute um viel. Es geht um die Handlungsfähigkeit des Staates und das Funktionieren unserer Demokratie. Deutschland braucht eine Regierung.
Es geht aber auch um die Umsetzung des Wählerwillens und die Lösung der drängenden Probleme, vor denen unser Land steht und die die Menschen in Deutschland gelöst haben wollen. Deshalb ist ein weiterer zeitlicher Verzug bei der Bildung einer neuen Bundesregierung nicht akzeptabel. Wir, die Fraktionen von CDU/CSU und SPD, sind deshalb gemeinsam der Auffassung, dass wir bereits heute einen zweiten Wahlgang für die Wahl des Bundeskanzlers vornehmen sollten.
Und hierfür schlagen wir, die Fraktionen der CDU/CSU und der SPD, Friedrich Merz als Kandidaten vor.
Die Sachlage ist klar: Der Name des Kandidaten ist hier jedem bekannt. Und daher ist es aus unserer Sicht nicht nur zumutbar, sondern auch angemessen, am heutigen Tage in einen zweiten Wahlgang einzutreten. Daher beantragen wir gemäß § 126 der Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages, von der Frist für die Beratung des Wahlvorschlages abzuweichen, und bitten hierfür um Ihre Zustimmung.
Ich danke allen Beteiligten an den Gesprächen der vergangenen Stunden, namentlich SPD, Grünen und Linken. Es ist ein gutes Zeichen, wenn heute ein zweiter Wahlgang möglich ist.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, diese Koalition hat sich ein sehr gutes, ambitioniertes Programm vorgenommen,
das von allen drei in ihr vertretenen Parteien mit großer Mehrheit getragen wird. Die neue Regierung, die Verantwortung für Deutschland in schwierigen Zeiten übernehmen will, steht in den Startlöchern. Es ist höchste Zeit, vom Reden ins Handeln zu kommen: mit der Wahl von Friedrich Merz zum Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.