Meine sehr geehrten Damen und Herren! Werte Präsidentin! Verehrte Zuschauer!
Die Präsidentin hat gerade andere Termine. – Machen Sie weiter.
Wenn mein Vorredner feststellt, nach 16 Jahren Union und dreieinhalb Jahren Ampelkoalition steht man auf der Außenlinie, dann ist das zumindest eine Erkenntnis.
Frau Ministerin Bär, mit der Hightech Agenda Deutschland hat Ihr Haus ein Programm vorgestellt, das die Bundesrepublik als Technologiestandort international wettbewerbsfähiger machen soll. So weit, so gut. Ja, die Agenda enthält wichtige Punkte. Zum Beispiel künstliche Intelligenz, Quantencomputer, Satellitensysteme können enormes Potenzial entfalten.
Das erkennen ich und meine Fraktion ausdrücklich an.
Aber Ihre Strategie hat auch gravierende Schwachstellen. Das zentrale Problem bleibt die Energieversorgung. Wie soll eine Hightechnation funktionieren, wenn wir die höchsten Industriestrompreise Europas haben? Wie sollen KI-Rechenzentren entstehen, wenn die Kosten hier Millionen Euro höher liegen als zum Beispiel in Frankreich und in den Niederlanden? Ein Strommix, der fast ausschließlich – die Grünen haben das heute angesprochen – auf Energie aus Sonne und Wind setzt, reicht eben nicht für eine stabile Grundlast aus. Punkt! Das ist Fakt.
Solange Sie die Kernkraftwerke abschalten und zugleich stabile Grundlastkraftwerke blockieren, ist die sichere Energieversorgung nichts anderes als eine grüne Illusion.
Hierzu kommt: Viele gute Ansätze Ihrer Agenda werden von ideologischen Luftschlössern überdeckt; ein Beispiel ist das sogenannte PIONEER-Project zu alternativen Proteinquellen.
Da geht es um Laborfleisch oder Insekten als Nahrung – Mehlwürmer etc. –; das ist weiterhin Bestandteil. Das Ganze läuft unter der Abkürzung BS-Food, und das trifft es auch: Bullshit Food.
Die Deutschen wollen keine Insektenburger. Stattdessen brauchen wir Investitionen in Technologien, die echten Nutzen stiften: in der Landwirtschaft, in der Industrie, in der Energieversorgung. Künstliche Intelligenz kann heute schon Unkraut präzise erkennen und mit Lasertechnik vernichten – ganz ohne Chemie. Roboter helfen in der Landwirtschaft. Bei der Ernte entlasten sie bei Fachkräftemangel und übernehmen körperlich schwere Arbeiten. Vertikales Farming, wie es unsere Nachbarn in den Niederlanden betreiben, ermöglicht frisches Gemüse – regional, ressourcenschonend, mit minimalen Transportwegen. Das ist Hightech zum Beispiel in der Landwirtschaft.
Dass wir es können, zeigt der Supercomputer JUPITER – wir haben es heute schon mehrmals gehört – in Jülich, Europas erster Exascale-Rechner, der viertstärkste weltweit, ein Meisterwerk und ein Vorbild für Energieeffizienz: Warmwasserkühlung, deren Abwärme zur Fernwärmeversorgung genutzt wird.
Und noch ein Beispiel – aus meinem Wahlkreis sogar –: Carl Zeiss entwickelt atomgenaue Spiegel für die Herstellung von Mikrochips der neuesten Generation, eine Technologie, die weltweit führend ist, ein echter Schlüssel im internationalen Wettlauf um technologische Souveränität. Das ist deutsche Exzellenz, das ist deutsche Weltspitze, wenn man sie lässt.
Meine Damen und Herren, wenn wir über Hightech reden, dann dürfen wir auch die Kernfusion – wir haben es heute auch schon gehört – nicht außen vor lassen. Fusion ist keine Träumerei, sondern die größte Chance auf eine saubere, sichere und nahezu unbegrenzt verfügbare Energiequelle für kommende Generationen. Wir haben in Deutschland mit dem Stellarator Wendelstein 7-X in Greifswald eines der führenden Forschungsprojekte weltweit. Hier entsteht Wissen, das entscheidend ist für die Energieversorgung der Zukunft.
Doch was hat die Bundesregierung getan? Mit der ideologisch motivierten Abschaltung unserer Kernkraftwerke hat sie uns nicht nur bezahlbare Grundlast geraubt, sie hat uns auch die Möglichkeit genommen, Tritium zu produzieren, jenes entscheidende Isotop, das für künftige Fusionsreaktoren unverzichtbar ist. Andere Länder wie Kanada, Frankreich, Großbritannien sichern sich diesen strategischen Vorteil. Deutschland dagegen hat sich selbst aus dem Spiel genommen.
Das ist nicht nur energiepolitisch, das ist auch technologisch unverantwortlich.
Wir sollten stattdessen alles daransetzen, beim weltweiten Wettlauf um den ersten Fusionsreaktor vorne mitzuspielen – mit Investitionen, mit Ausbildung von Fachkräften und mit der Rückkehr zu einer vernünftigen, technologieoffenen Energiepolitik. Während Technologiefirmen in den USA massiv vom Staat unterstützt werden, gelingt es der deutschen Regierung nicht, diese Einrichtungen – wie vor zwei Tagen hier in Berlin – vor linksextremen und linksterroristischen Gruppen zu schützen.
Was wir brauchen: bezahlbare Energie als Grundlage sowohl für unsere Wirtschaft, Technologie wie für die Bevölkerung, eine Exzellenzoffensive auch für die Ausbildung von Fachkräften –
Sie müssen zum Ende kommen, bitte.
– und die Beendigung sämtlicher ideologiebedingten Forschungsprojekte.
Recht vielen Dank.
Vielen Dank. – Der nächste Redner ist Dr. Hans Theiss für die CDU/CSU-Fraktion.